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Hamburger Lehrstück

Die Uni Hamburg veröffentlichte die Stoffsammlung eines Physikprofessors zum Ursprung des Coronavirus als "Studie". Die Kommentare des beteiligten Präsidenten sind zaghaft. So dürfte das PR-Desaster länger in Erinnerung bleiben als der Inhalt des umstrittenen Thesenpapiers.

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Artikelbild: Hamburger Lehrstück

Eigentlich hatte sich der Hamburger Uni-Chef ein bisschen Glanz und Rummel für den Wissenschaftsstandort Hamburg erhofft... Foto: Alexander Fradellafra/ Pixabay.

DREI PROZENT MEHR für Hamburgs Hochschulen, und zwar jedes Jahr bis 2027: ein bemerkenswerter Abschluss der Hochschulvereinbarungen trotz Corona-Krise und Sparhaushalten – während anderswo, in Niedersachen oder jüngst in Bremen, auch an der Wissenschaft kräftig gekürzt werden soll. Das war die Botschaft, die Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) im Februar weit über die Hansestadt hinaussenden wollte. Ein bisschen einfach, ein bisschen schön gerechnet angesichts des Kleingedruckten hinter den plakativen Zahlen, und doch hätte das Narrativ einer Wissenschaftsmetropole im Aufbruch wohl ihr Publikum gefunden. Doch dann kam Dieter Lenzen.

Eigentlich kam erst einmal der Physiker Roland Wiesendanger, der aus Presseberichten, Youtube-Videos und Websites, aber, wie die Uni-Pressestelle betonte, auch aus "wissenschaftlicher Literatur" die Schlussfolgerung zog, dass die Ursache der Corona-Pandemie vermutlich ein Laborunfall am virologischen Institut der chinesischen Stadt Wuhan gewesen sei.

Nun kann ein angesehener Physikprofessor natürlich auch außerhalb seiner fachlichen Expertise recherchieren ...

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Kommentare

#1 -

Torsten Peter | Mi., 10.03.2021 - 17:17
Für eine Exzellenz-Uni doch sehr verwunderlich. Was die Bundesregierung wohl sagt, wenn das der wissenschaftliche Anspruch eines Physikers ist oder auch der Uni-Leitung einer Exzellenz-Uni?

Und überhaupt nicht diskutiert wirde auch die Frage, warum ein Rektor einer Hochschule meint, politische Debatten anstoßen zu müssen. Weder er noch sein Hochschullehrer, der für Physik berufen wurde, ist Abgeordneter oder gar Wissenschaftsjournalist, der eine Papier in den Raum stellt, damit es gesellschaftlich diskutiert wird. Ich kenne kein Hochschulgesetz, was den Hochschulen als Aufgabe übertragt gesellschaftliche Debatten zu führen. In der Regel steht da so etwas drin wie Förderung der guten wissenschaftlichen Praxis oder ...

#2 -

F. Stamm | Fr., 12.03.2021 - 07:23
Universitäten haben nicht die Aufgabe der Presse oder der Parlamente, nämlich gesellschaftliche Debatten zu fördern. Das Gesetz weist ihnen ganz im Gegenteil die Aufgabe zu die gute wissenschaftliche Praxis zu fördern und die wissenschaftliche Redlichkeit. Dafür werden die beiden Herren vom Steuerzahler nicht bezahlt.

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