Große Ambitionen, große Leerstellen
Was SPD, Grüne und FDP als Sondierungsergebnisse präsentieren, liest sich wie ein bildungspolitischer Aufbruch. Dafür sind die Aussagen zur Wissenschaftspolitik von einer Einseitigkeit geprägt, die so nicht bleiben kann.

Die erste Seite des Sondierungspapiers (Screenshot).
DIE SONDIERER HABEN ihr Ergebnispapier mit einem Disclaimer versehen. Es umfasse "nur die Themen, über die die Verhandlungspartner vor Eintritt in Koalitionsverhandlungen eine Vorfestlegung erreichen wollten", steht gleich auf der ersten von 12 eng bedruckten Seiten , die SPD, Grüne und FDP am Freitagmittag veröffentlicht haben.
Was lässt sich vor diesem Hintergrund daraus ablesen, dass in dem Papier jegliches Bekenntnis zur Grundlagenforschung und auch jede Erwähnung der Hochschulen fehlen? Dass es über deren Bedeutung keinerlei Dissens der Unterhändler gab? Oder haben sie nicht dran gedacht haben, eines hineinzuschreiben, weil ihr Verständnis von Forschung, das in dem Papier durchscheint, ein rein instrumentelles ist? Der zentrale Satz unter den wenigen zur Wissenschaft lautet: "Wesentlich ist eine gute Forschungslandschaft, die Innovationen hervorbringt."
Zum Beispiel Innovationen zum Klimaschutz, ist wohl gemeint, zur Digitalisierung und Wohlstandssicherung, zum sozialen Zusammenhalt und demografischen Wandel – den großen Buzzwords im Papier. Mehrfach finden sich Aussagen wie diese: "Neue Geschäftsmodelle und Technologien können klimaneutralen Wohlstand und gute Arbeit schaffen", ...
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