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Versprechen mit Verfallsdatum

Hessen wollte Wissenschaftskarrieren planbarer machen und ging 2024 eine bundesweit einzigartige Verpflichtung ein. Wenig später verkündete das Land Budgetkürzungen. Jetzt warnt die GEW, das zugesagte Dauerstellen-Ziel werde voraussichtlich verfehlt – und das Wissenschaftsministerium widerspricht nicht.
Mann im Anzug hält eine Lederbrieftasche.

Foto: freepik.

ES WAR EINE bundesweit einmalige Regelung, auf die sich Hessens Landesregierung 2024 mit den Gewerkschaften geeinigt hatte: Die Hochschulen des Landes müssen die Zahl ihrer unbefristeten wissenschaftlichen Vollzeitstellen bis 2030 deutlich erhöhen – nicht als bloße Absichtserklärung, sondern verbindlich, einklagbar, abgesichert durch eine schuldrechtliche Vereinbarung.

Eine Vorgabe, die den jahrzehntelang festgefahrenen Streit über Karrierewege in der Wissenschaft auf eine neue Ebene hob – und ein halbes Jahr vor dem Ampel-Bruch die bundespolitische Debatte über das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) plötzlich nicht mehr ganz so alternativlos erscheinen ließ. Eine Mindestquote für Dauerstellen auf Landesebene statt einer Absenkung der Höchstbefristungsdauer auf Bundesebene?

Inzwischen ist Dorothee Bär (CSU) Bundesforschungsministerin, und ihr Ministerium will Anfang 2026 einen neuen Anlauf auf dem Weg zu einer WissZeitVG-Novelle nehmen, vermutlich ohne Herumschrauben an der Höchstbefristungsdauer. Und in Hessen? Übt die GEW massive Kritik: Das Ziel für mehr unbefristete Beschäftigte an Hessens Hochschulen werde verfehlt, schuld seien auch die Kürzungen im Hochschuletat.

Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied des ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 12.01.2026 - 09:01

Mittlerweile finde ich die Debatte um die Dauerstellen im universitären Mittelbau seltsam, weil nie konkrete Zahlen auf den Tisch gelegt werden, was die Dauerstellen im Wissenschaftsbereich generell (!) betrifft. Bekanntlich gibt es ja auch die außeruniversitäre Forschung, immer in enger Zusammenarbeit mit einer Hochschule. Die Leiter dieser Institute sind üblicherweise Professoren, die auch an einer Universität als solche tätig sind, wenngleich mit reduziertem Lehrdeputat (diese Pflicht kann auch auf null reduziert sein, gleichwohl gibt es eine Einbindung in die universitären Strukturen).

Wie viele Dauerstellen unterhalb der Professoren-Ebene gibt es denn nun eigentlich an diesen außeruniversitären Forschungsinstituten? Das scheint ein großes ...

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