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Facts don’t matter? Von Waldflüsterern und wirklichen Förstern

Der Studiengang "Ökologische Waldwirtschaft", den das GEO Magazin und der Autor und Förster Peter Wohlleben aufbauen wollen, hat nichts mit wissenschaftlich fundierter Waldökologie zu tun. Dafür umso mehr mit fragwürdiger Wald-Romantik. Ein Gastbeitrag von Roland Irslinger.

Foto: jplenio / Pixabay.

ALS DIE HEDSCHASBAHN Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Jordanien ihren Betrieb aufnahm, wurde sie mit Holz beheizt. Große Teile der dortigen Aleppokiefern-Wälder gingen dafür drauf, jetzt ist in der Gegend Wüste. Hätte man die Loks mit Braunkohle befeuert, wären die CO 2 -Emissionen nicht höher gewesen und der Wald würde noch stehen. Ist Holz deshalb die neue Braunkohle?

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde ist kürzlich der Versuch gescheitert, ein Bachelor-Programm "Ökologische Waldwirtschaft" zu etablieren. Das Magazin GEO von Gruner&Jahr, unterstützt durch Wohllebens Waldakademie, hält an dem Plan, den Studiengang samt Stiftungsprofessuren anderswo aufzubauen, allerdings weiter fest. Daran ist nichts Verwerfliches. Was allerdings aufhorchen lässt, sind Äußerungen der Akteure, die so gar nicht zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Bereich der Waldökologie passen wollen. Wälder haben eine herausragende Bedeutung für das Klimageschehen und sind weltweit bedroht. Steht der wissenschaftliche Diskurs um den Wald auf der Kippe?


Krach im Wald

Wie der Streit um einen neuen forstwissenschaftlichen Studiengang Hochschulen und Waldbesitzer in Wallungen versetzt – und was das mit Gruner & Jahr und dem GEO Magazin zu tun hat. (10.03.2021) >>>


Niemand bestreitet, dass die spezifische CO 2 Emission von Holz so hoch ist wie die von Braunkohle. Aber Kohle wächst nicht nach. Nachhaltige Waldwirtschaft impliziert die dauerhafte Konstanz ...

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Kommentare

#1 -

Peter K. | Mi., 17.03.2021 - 06:39
Dieser Beitrag wirkt wie eine Werbung für die deutsche Forstwirtschaft und betreibt schwarz-weiß Malerei. Es klingt fast so als wäre die Artenvielfalt und der Wald ohne den gut ausgebildeten deutschen Förster verloren. Nur der Wirtschaftswald wird dem Klimawandel trotzen... Vermutlich ist dieser Artikel der nackten Panik geschuldet, die nächste Bundesregierung könnte von einem Grünen geführt werden. Zu Recht: Der deutsche Wald braucht Erholung und der deutsche Bürger ebenso.

#2 -

Matthias F. | Mi., 17.03.2021 - 15:19
Der Autor irrt sich in seinem Beitrag in sehr vielen Punkten und ist in der Tat wenig differenziert.

Zwei Beispiele: "Holzenergie aus unseren Wäldern ist CO2 neutral, eine Kohlenstoffschuld entsteht zu keiner Zeit." Das sehen über 500 Klima- und Biowissenschaftler aus aller Welt anders. https://naturwald-akademie.org/wp-content/uploads/2021/02/Scientist-Letter-to-Biden-von-der-Leyen-Michel-Suga-Moon-Re.-Forest-Biomass-February-11-2021.pdf und auch schon 2017 waren es 800 Wissenschaftler: https://drive.google.com/file/d/0B9HP_Rf4_eHtQUpyLVIzZE8zQWc/view Und auch der Umweltgutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen sieht es ab S. 68ff ähnlich: https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2016_2020/2020_Umweltgutachten_Entschlossene_Umweltpolitik.pdf?__blob=publicationFile&v=18 . Beispiel 2: "die Bewirtschaftung des Waldes in Deutschland spart jedes Jahr über 100 Millionen Tonnen Treibhausgase" Aber: • Laut Projektionsbericht d. Bundesregierung v. 2019 haben Deutschlands Wälder im Jahr 1990 ...

#3 -

Martin B. | Do., 18.03.2021 - 23:54
Vielen Dank für den guten Artikel. Leider gewinnen in der aktuellen Diskussion die Gruppen die am lautesten schreien und die medienwirksamsten Multiplilatoren an den Start bringen können. Gerne werden dann auch globale Misstände auf deutsche Verhältnisse runtergebrochen und in der Diskussion alles durcheinander geworfen. Ein gutes Beispiel ist das wahllose Verlinken von Studien oder Briefen und Behaupten, es hätte etwas mit den hiesigen Verhältnissen zu tun. Es bleibt spannend. Schlussendlich bin ich optimistisch, dass die vielen Parteimitglieder der Grünen, die einen forstlichen Hintergrund haben, den Kurs der Partei in Sachen Forstwirtschaft auf einem nachhaltigen und pragmatischen Weg halten werden.

#4 -

Nida | Fr., 30.04.2021 - 13:28
Vielen Dank für den Artikel. Ich nehme an, ich wäre die Zielgruppe: keine Berufskollegin, aber interessierte Multiplikatorin. Ich muss allerdings sagen, dass der Artikel nicht zur Besserung beiträgt und zu Depolarisierung führt, wenn er Waldfreunde lächerlich macht oder zumindest nicht ernst nimmt - sie sind es, die der Bevölkerung näher stehen. Die Wissenschaft und ebenso die Forstwirtschaft haben dann eine Chance, wenn sie vom hohen Ross herabsteigen und sich als Teil der Gesellschaft wahrnehmen. Die Rolle als unverstandene Umweltschützer-im-Herzen ohne Lobby nimmt ihnen leider niemand mehr ab, hier müsste eine neue Positionierung erfolgen. Vielleicht klappt es dann auch mit der ...

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