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Trennung nach 69 Jahren

Das Bundeswirtschaftsministerium macht ernst – und entzieht der AiF die Administration der Industrielle Gemeinschaftsforschung. Was bedeutet das für das traditionsreiche Förderprogramm – und was für die in der AiF organisierten Forschungsvereinigungen?

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Artikelbild: Trennung nach 69 Jahren

Foto: Screenshot von der AiF-Website.

ES IST ein förderpolitischer Paukenschlag, wenn auch kein ganz unerwarteter: Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) verliert nach 69 Jahren die administrative Zuständigkeit für die "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF), eines der wichtigsten Programme zur Forschungsförderung im deutschen Mittelstand. Dieses Jahr umfasst der IGF-Titel im Bundeshaushalt rund 197 Millionen Euro.

AiF-Hauptgeschäftsführer Michael-Bruno Klein schrieb vor dem Wochenende eine Mail an die 101 AiF-Forschungsvereinigungen und rund 250 Gutachter: "Heute teilte uns das BMWK mit, dass man unser Angebot zur Übernahme der Projektträgerschaft des IGF-Programms leider nicht annehmen wird und man beabsichtigt, dem DLR Projektträger den Zuschlag zu erteilen", laut Klein "eine schlechte und traurige Nachricht für die AiF und für die industrielle Gemeinschaftsforschung".

Für die AiF ist es das auf jeden Fall, waren AiF und IGF für viele in der Forschungsszene doch über Jahrzehnte so eng miteinander verwoben, dass sie fast Synonyme zu sein schienen. Rund 50 der 65 Mitarbeiter des AiF e.V . werden aktuell für die Umsetzung und Begleitung der IGF eingesetzt; sie alle werden, wie Klein auf Anfrage bestätigte, jetzt ihr Jobs verlieren.

Der neue Projektträger soll schon ...

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Kommentare

#1 -

S Markus | Di., 22.08.2023 - 16:38
Es ist bemerkenswert, wie gründlich sowohl die Forschungsministerin als auch der Wirtschaftsminister als Zerstörer bestehender Strukturen wirken.

Es verbleiben leider immer noch erhebliche Zweifel, ob daraus etwas neues, gar besseres entstehen wird.

#2 -

Ein Unternehme… | Di., 22.08.2023 - 17:44
Es ist traurig dass man scheinbar dem BMWK erklären muss wie industrielle Wertschöpfung in D funktioniert und welchen wichtigen Beitrag Netzwerke wie die der AiF dazu leisten :( - man bleibt rastlos zurück wie mit dem Holzhammer Strukturen zerstört werden die ganzen Branchen dabei helfen wettbewerbsfähig zu bleiben... ob sich die vielen ehrenamtlichen Gutachter der Industrie (die dies vielfach der AiF zuliebe gemacht haben) weiter engagieren werden? Ich bin maximal demotiviert...

#3 -

tutnichtszursache | Do., 24.08.2023 - 10:02
Angesichts des monströsen Bürokratismus beim DLR-Projektträger ist schon verwunderlich genug, dass diese Einrichtung überhaupt noch existiert. Ihr weitere Aufgaben zu übertragen, einfach nur widersinnig.

#4 -

Susie B | Do., 24.08.2023 - 11:27
Der Interessenkonflikt mag bestehen, nur ist das bei der DFG und jeder anderen Wissenschafts- und Forschungsförderung anders?

Vielleicht sollte man die Aufgaben der DFG auch europaweit ausschreiben?

Niemand würde das in einem anderen EU-Land so fordern, diese Forderung führt zu den größten Verwerfungen überhaupt. Kann man von Spanien aus die Forschung in Deutschland besser fördern und organisieren? Die Gründe für die Ablehnung der AIF müssen also wo anders liegen.

Sollte der Projektträger wechseln, dann sehe ich nicht wie dann überhaupt noch kleine und mittelständische Unternehmen gefördert werden. Im Ergebnis wird es weniger Geld an weniger und vor allem größere Unternehmen ...

#5 -

Fiffi | Do., 24.08.2023 - 16:08
Hauptmotivation für die Neuvergabe der IGF-Projektträgerschaft dürfte wohl weniger die im Koalitionsvertrag der Ampel genannte Stärkung der Innovationsförderung sein, sondern eher die Staatssekretäre des BMWK vor möglichen, m.E. unbegründeten Haftungsrisiken (siehe Bericht des BRH von 2015) zu schützen - koste es, was es wolle.

#7 -

fpue | Mo., 28.08.2023 - 15:22
Wer die IGF kennt wundert sich, das dass so lange gehalten hat. Die AiF lebt von Mitgliedsbeiträgen und die Verantwortung über die Projektbearbeitung liegt bei den Forschungsvereinigungen. Wie die wiederum die Verwaltung finanzieren (Mitgliedsbeiträge?) blieb den FVen überlassen.

Es kann nur besser werden.



Allein schon der Titel "Industrielle Gemeinschaftsforschung" ist fehlbenannt, da die FuE durch die Forschungseinrichtungen (nein: nicht die KMU!) erbracht werden. Was können denn die KMU beitragen? vAW. vAW liegten bei 10-30% der Förderung.

Wieviel kann denn ein KMU vorwettbewerbliche FuE beitragen?

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