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Schwammig dem Zeitgeist hinterher

Was bedeutet das Verbot von Gendersprache, das Hessens neue Koalition verhängen will? Vermutlich ist das CDU und SPD selbst nicht klar.

CDU UND SPD hatten es in ihren Eckpunkten angekündigt, nun steht es so auch in ihrem neuen hessischen Koalitionsvertrag . "Wir werden festschreiben, dass in der öffentlichen Verwaltung sowie weiteren staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen (wie Schulen, Universitäten, Rundfunk) auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird und eine Orientierung am Rat für deutsche Rechtschreibung erfolgt." Und weiter: "Auf die Verwendung der sog. Gendersprache werden wir daher zukünftig landesweit verzichten."

"Verzicht" klingt harmloser als "Verbot", haben sich CDU und SPD offenbar gedacht. Läuft aber inhaltlich aufs dasselbe hinaus. Wobei völlig offen ist, wie die neue Landesregierung eine solche Anordnung durchsetzen will. Per staatlicher Kontrolle? In der Hoffnung, dass einer den anderen verpfeift?

Vollkommen schwammig ist außerdem, worauf sich die Ansage bezieht. Nur auf amtliche Dokumente, Elternbriefe, Bescheide und Derartiges? Oder auf jedes Arbeitsblatt in der Schule? Und wenn eine Lehrkraft da doch einmal ein Gendersternchen hineinschmuggelt, erhält sie eine Abmahnung? Und was ist mit dem öffentlichen Rundfunk? Wird auch in die redaktionelle Arbeit eingegriffen? Wie verträgt sich das mit der im Grundgesetz geschützten Pressefreiheit? Wo fängt sie ...

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Kommentare

#1 -

tutnichtszursache | Sa., 23.12.2023 - 10:07
Ich lese das Vorhaben so (ich mag mich irren), dass die neue hessische Regierung das Staatswesen auf korrekte Rechtschreibung verpflichten will. Das finde ich begrüßenswert.

Das Gendern mit Sonderzeichen ist nun einmal nicht rechtschreibkonform. Es gibt aber, worauf der Rechtschreibrat auch laufend hinweist, im Rahmen der geltenden Rechtschreibung genügend Möglichkeiten, zu gendern, wenn man möchte.

Ich würde auch davon ausgehen, dass die hess. Regierung keine Rückkehr zum generischen Maskulinum anstrebt, sondern auf nd-Formen, Doppelnennungen etc. verweisen wird, im Rahmen der Rechtschreibung.

Aber wir werden sehen.

#2 -

Pyrrhus | So., 24.12.2023 - 10:08
Wenn Unis (d.h., Geistes- und vor allem Sozialwissenschaften) und ÖRR einsam weiter gendern, während alle anderen es lassen, wäre das gefährlich für beide: Viele haben ohnehin schon den Eindruck, daß sich jene Kreise weit von den Belangen der breiten Öffentlichkeit entfernt haben.

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