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Die Demokratie muss auch in der Wissenschaft verteidigt werden

Angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus braucht es einen starken Berufsverband der Professor:innen. Was bedeutet das für sein Verhältnis zu einzelnen wissenschaftspolitischen Gruppen?  Ein Gastbeitrag von Geraldine Rauch und Jürgen Zimmerer.

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Die Demokratie muss auch in der Wissenschaft verteidigt werden
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Die Demokratie muss auch in der Wissenschaft verteidigt werden

Fotos: Saskia Uppenkamp/Sebastian Engels,UHH.

DIE ZWEITE DEUTSCHE REPUBLIK steht am Scheideweg! Erstmals sitzt eine Partei im Deutschen Bundestag, deren Jugendorganisation ebenso wie einige Landesverbände vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingeschätzt werden; eine Partei mit realen Optionen auf eine Regierungsbeteiligung auf Länderebene. Überall in Europa beobachten wir ein Erstarken rechter, nationalistischer und demokratiebedrohender Parteien und Organisationen. Diese Entwicklungen machen auch vor Hochschulen nicht halt. Gleichzeit gehen Hunderttausende auf die Straßen, um für die Demokratie zu demonstrieren, darunter viele Studierende, Wissenschaftler*innen und Professor*innen. Die Idee der wehrhaften Demokratie ist eine der zentralen Lehren aus dem Untergang der Weimarer Republik.

Doch lang nicht alle stellen sich so geschlossen gegen die Bedrohung von Rechtsaußen. Dabei spielt gerade die Wissenschaft eine zentrale Rolle in der demokratischen Gesellschaft, legt sie doch die rationalen Grundlagen des politischen Diskurses. Deshalb ist sie besonders geschützt etwa durch die grundgesetzlich verbriefte Wissenschaftsfreiheit und die weitgehende Verbeamtung der Professor*innenschaft, die bewusst die Lehrenden öffentlichem wie institutionellen Druck entziehen soll. Dass dieser Schutz ...

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Kommentare

#1 -

David J. Green | Sa., 24.02.2024 - 01:46
Lieber Herr Wiarda,
Vielen Dank, dass Sie – in einer Zeit, wo hochschulpolitische Debatten zunehmend hinter Paywalls verschwinden – diesem Gastbeitrag eine kostenlos zugängliche Platform bieten. Aber pflegen Sie nicht normalerweise den Brauch, Ihre Gäste auch kurz vorzustellen?

#3 -

Univ.-Prof. Dr… | Sa., 24.02.2024 - 20:29
Rauch und Zimmerer rücken das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit in die Nähe des Rechtsradikalismus; sie machen dafür geltend, daß sein Mitglie des Netzwerkes an der umstrittenen Konferenz in Potsdam teilgenommen hat. An meiner Hochschule, der Universität der Bundeswehr n Hamburg, gibt bzw. gab es Kollegen, die sind oder waren Mitglieder der Linkspatei, einige auch Grüundungsmitglieder der AfD. Was folgt aus dieser Tatsache füt die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr als ganze? Man kann sagen: Eine Verunglimpfung wirkt überhaupt erst, wenn sie halbswegs logisch aufgebaut ist. Den Behauptungen von Zimmerer und Rauch über das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit und seine Mitglieder fehlt diese Folgerichtigkeit allerdings.

#5 -

S. Janßen | Mo., 26.02.2024 - 12:03
@ B. Meißner: Es böte sich an, dass Sie zuerst die Folgerichtigkeit Ihres eigenen Arguments prüfen. Ihr Vergleich hinkt deshalb, weil die genannte Universität offenbar nicht in der Situation war, sich zu verfassungsfeindlichen Aktivitäten eines ihrer Mitglieder verhalten zu müssen und das dann in der Weise tat, dass sie die Anschuldigungen lieber verharmloste/in Abrede stellte als darin ein Problem wahrzunehmen.

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit fällt schon in Bezug auf die Teilnahme an dem Treffen in Potsdam dadurch auf, dass es eklatant anders reagiert als andere betroffene Vereine oder Unternehmen, die sich sofort von entsprechenden Mitgliedern/Mitgesellschaftern trennten. Hier kommt aber hinzu, dass ...

#6 -

Univ.-Prof. Dr… | Mo., 26.02.2024 - 19:03
Sehr geehrter Herr Janßen, ob die Aktivitäten der Leute in Potsdam wirklich verfadssungsfeindlich waren: Das scheint ja noch der Klärung zu bedürfen - und die Berichte darüber sind umstritten und Gegenstand eines anhängigen Gerichtsverfahrens. Unter diesen Umständen gebietet der "Anstand", auf den Sie sich berufen (und übrigens auch unser Stafrecht) etwas ganz Anderes als Sie es erwarten: die Vermutung der Unschuld bis zum Beweis des Gegenteils. Sonst wird unsere Welt der üblen Nachrede und des Rufmordes - und das werden auch Sie kaum wollen, denke ich. Mit freundlichen Grüßen, Burkhard Meißner

#7 -

Günter Tolkiehn | Do., 29.02.2024 - 22:30
Werte Kollegin Rauch, werter Kollege Zimmerer.

Ausgerechnet eine Hochschulpräsidentin, Angehörige der Gruppe also, die sich 30 Jahre lang - nicht ohne Gegenleistungen - als Handlanger der Politik an der systematischen Demontage der Hochschuldemokratie beteiligt hat, bis nichts mehr übrig war, wofür noch ein Student kandidieren wollte (so z.B. wiederholt geschehen in Brandenburg) ruft jetzt die Wissenschaft und ihre Verbände zur Verteidigung der Demokratie auf? Nein, "natürlich" nicht der Hochschuldemokratie, hier hat die Wissenschaft ihre zentrale Rolle der rationalen Grundlagen des politischen Diskurses ja ausgespielt, die Demokratie ist raus. Und wogegen sollen wir die übrige Demokratie verteidigen? Nicht gegen ihre auch ...

#8 -

Doreen Bampf | Fr., 08.03.2024 - 19:19
Es ist hochinteressant, mal in der Liste der vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit vorgestellten Fälle nachzulesen. Dort wird etwa ein Herr Maaßen verteidigt. Geht es noch?
Der Beitrag der Autoren hat vielleicht doch in ein Wespennest gestoßen.

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