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Nicht neidvoll nach Süden schauen

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler über die Lehren aus der Exzellenzstrategie, den Wettbewerb zwischen den Bundesländern  – und den Streit um die Zukunft der Gesundheitsberufe.

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Artikelbild: Nicht neidvoll nach Süden schauen

Björn Thümler, 48, war CDU-Oppositionsführer im Niedersächsischen Landtag und ist seit November 2017 Minister für Wissenschaft und Kultur. Foto: MWK/brauers.com.

Herr Thümler, während anderswo gejubelt wurde, herrschte an Niedersachsens Hochschulen Mitte Juli Katerstimmung. Hannovers Universität und Medizinische Hochschule waren mit ihrer Verbundbewerbung als Exzellenzuniversitäten nicht durchgekommen , auch die TU Braunschweig schaffte nicht den Titel. Was sagt das über die Stärke von Niedersachsens Wissenschaft aus?

Klar wäre es schön gewesen, wenn Hannover und Braunschweig erfolgreich gewesen wären. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Gutachter den Verbundantrag ein Stückweit anders beurteilt hätten als die Einzelbewerbungen. Ich halte die starke Ungleichverteilung der Exzellenzuniversitäten zwischen Nord und Süd, Ost und West für ein Problem. Es kann ja sein, dass sie der Realität unserer Universitätslandschaft entspricht. Aber dann darf uns das wirklich nicht zufriedenstellen.

Ein bisschen verbittert klingt das schon!

Ganz und gar nicht. Ich finde, unsere Universitäten haben sich hervorragend verkauft. Gerade Braunschweig befand sich in der absoluten Außenseiterposition, hat sich den Gutachtern aber auf eine erfrischend unkonventionelle Weise präsentiert, in einem Zirkuszelt. Man konnte die Aufbruchsstimmung spüren, das hat richtig Spaß gemacht. Im Übrigen sind wir bei den Clustern sehr erfolgreich gewesen, wir konnten ihre Zahl auf sechs verdoppeln im Vergleich zur Exzellenzinitiative. Das bedeutet, dass wir für die nächsten Jahre 330 Millionen Euro Spitzenförderung nach Niedersachsen geholt haben.

Sie beklagen die regionale Schieflage der Exzellenzstrategie. Gilt das für die Forschungsstärke der deutschen Bundesländer insgesamt?

Ganz sicher müssen wir nicht neidvoll nach Süden schauen, wenn Sie das meinen. Bayern und Baden-Württemberg sind starke Wissenschaftsstandorte, keine Frage. Aber wir in Niedersachsen sind auch in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt: in der Medizin, in den Naturwissenschaften, in der Quantenforschung, in der Photonik, in der Sensorik. Gerade erst haben wir eine Wissenschaftsallianz Wasserstoff gegründet, um die Kapazitäten zu bündeln. Weitere Allianzen auf anderen Feldern werden folgen. Wir werden in den kommenden Jahren bis zu 50 neue, auf Dauer angelegte Digitalisierungsprofessuren besetzen. Hinzu kommt die ...

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