Nicht die Verpackung, die Inhalte!
Die Bundesbildungsministerin will unbedingt hochschulähnliche Bezeichnungen für die Ausbildungsabschlüsse durchdrücken. Die Länder wehren sich. Anja Karliczek sollte einlenken.

Foto: Arbeitgeberverband Gesamtmetall - CC BY 2.0 .
DIE HARTNÄCKIGKEIT, MIT der dieser Konflikt ausgefochten wird, ist bemerkenswert. Auf der einen Seite: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), unterstützt von Handwerkerverbänden und Handelskammern. Sie will, dass die beruflichen Abschlüsse in Deutschland neue Bezeichnungen bekommen, darunter die Fortbildungsstufen "Bachelor Professional" und "Master Professional". Sie sollen, wie Karliczek betonte, zusätzlich eingeführt werden, um einen bestehenden Titel wie den Meister "zu stärken und international noch sichtbarer zu machen".
Auf der anderen Seite: die Kultusminister der Länder, die Hochschulrektorenkonferenz, die Gewerkschaften und die BDA. Sie fürchten "Missverständnisse zu Lasten von Hochschulabsolventen" und sprechen von einem "Etikettenschwindel".
So geht das munter hin und her, ein Jahr schon, seit Karliczeks Ministerium erstmals seine Pläne auf den Tisch gelegt hat. Doch jetzt ist der Showdown nahe. Der Bundestag hat die Novelle des Berufsbildungsgesetzes im Oktober beschlossen, zu der unter anderem eine Mindestausbildungsvergütung gehört, aber eben auch die umstrittenen Titel – trotz der Proteste. Einziger Unterschied: Aus den ursprünglich vorgesehenen "Berufsbachelor" und "Berufsmaster" machte Karliczek die oben erwähnten – englischsprachigen Versionen.
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