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Doppeltes Groß-Experiment

Nach der "Berlin University Alliance" entsteht in Berlin das nächste Mega-Netzwerk. Was bringt die Zusammenschließeritis der Wissenschaft?

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Artikelbild: Doppeltes Groß-Experiment

Grafik: Gerd Altmann / pixabay - cco.

WAS SIND SIE STOLZ. 41 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben sich am vergangenen Dienstag zur "BR 50" zusammengeschlossen und ihre Tat zwei Tage später der Öffentlichkeit verkündet. "BR" steht für "Berlin Research"; 50 ist die Zahl an Mitgliedern, die der Verbund anstrebt. Dann wären nämlich wirklich praktisch alle nennenswerten, nicht an Hochschulen angesiedelten Forschungsinstitute Berlins dabei, von den Helmholtz-Zentren über die Max-Planck-Institute bis hin zu den Ressortforschungseinrichtungen des Bundes wie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

"BR 50" soll als Pendant zur "BUA" dienen, der im Juli mit dem Exzellenztitel gekrönten "Berlin University Alliance". Ein der BUA vergleichbares Bündnis solle "die Abstimmung zwischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen

erleichtern und eine zentrale Anlaufstelle für die Zusammenarbeit mit den Berliner Universitäten und den Austausch mit Gesellschaft und Politik bieten", heißt es in der begleitenden Pressemitteilung. Hin zur Kooperation also, weg vom innerstädtischen Wettbewerb der Wissenschaftsinstitutionen.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zur "BUA", zumindest wenn man der Darstellung der neuen Partner folgt: Bei der "Berlin University Alliance" hatte Berlins Wissenschaftspolitik, namentlich vor allem der Regierende Bürgermeister Michael Müller ...

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Kommentare

#1 -

Liberaler | Mo., 24.02.2020 - 11:41
Die Skepsis des Autors ist berechtigt. Wenn deutsche Wissenschaftsfunktionäre behaupten, man müsse Kräfte bündeln, wollen sie in Wahrheit den Wettbewerb ausschalten. Die tatsächlich exzellenten Universitäten im Ausland sind alle durch Wettbewerb entstanden: Oxford gegen Cambridge, Stanford gegen Berkeley, Harvard gegen Yale, und so weiter.



Dass die planwirtschaftlich organisierte deutsche "Exzellenzstrategie" Zusammenschließeritis fördert, und auch Verbundprojekte erzwingt wo diese kontraproduktiv sind (Geisteswissenschaften), ist im Hinblick auf das was eigentlich zählen sollte --die *inter*nationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen-- ein schwerer Fehler.

#2 -

Jule Specht | Mo., 24.02.2020 - 13:23
"Dass Groß gleich Besser ist, ist zuerst einmal eine zu beweisende wissenschaftspolitische Hypothese."

Man könnte auch sagen: Dass Konkurrenz besser sei als Kooperation, ist zuerst einmal eine gewagte Hypothese.

Ein Großteil der Forschung entsteht im Team, insofern ist der kollegiale Zusammenschluss von Menschen und Institutionen, die in der Wissenschaft ähnliche Ziele verfolgen, doch ein vielversprechender Ansatz.

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