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Glücklich wird, wer Prof ist

Die neue DZHW-Wissenschaftsbefragung zeigt eine erstaunlich hohe Zufriedenheit mit dem Zustand der Wissenschaft in Deutschland – und an einigen Stellen eine deutliche Kluft zwischen den Statusgruppen.

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Artikelbild: Glücklich wird, wer Prof ist

Die Professoren sind am zufriedensten mit ihrer Jobsituation: ein so zentrales wie erwartbares Ergebnis. Andere Zahlen in der Studie überraschen dafür umso mehr.

DIE ERGEBNISSE DER STUDIE sind so widersprüchlich wie das System, in dem die Befragten sich bewegen. Heute veröffentlicht das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) sein "Barometer für die Wissenschaft", eine repräsentative Befragung von 8.822 an Universitäten beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Statusgruppen.

Es ist die dritte nach 2010 und 2016, und die allgemeine Zufriedenheit mit dem Zustand des Wissenschaftssystems in Deutschland ist erstaunlich hoch. Ob Forschungsfreiheit, gesellschaftliche Relevanz der Forschung oder ihre Innovationsfähigkeit: All diese Dimensionen schätzen zum Teil deutliche Mehrheiten der Wissenschaftler als "eher gut" oder "sehr gut" ein.

Gefragt nach ihrer beruflichen Zufriedenheit lautet die Antwort der Mehrheit ebenfalls: ziemlich hoch. Auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) liegt der Durchschnitt aller Antworten und aller drei Statusgruppen (Profs, Postdocs, Prädocs) bei den Aspekten Lehre, Forschung und erreichte berufliche Position durchgängig deutlich über 3. Wobei die Professoren, was ...

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Kommentare

#1 -

Rainer Lange | Mi., 25.11.2020 - 13:48
Danke für die gute Zusammenfassung des lohnenden Berichts. Mit dem Begriff der "Leistungsillusion" bin ich allerdings etwas unglücklich. Zwar ist der Befund richtig und seit Jahren stabil, dass längere Publikationslisten auf Individualebene systemisch durch zunehmende Co-Autorenschaften "neutralisiert" werden. Aber mein Eindruck ist doch, dass Veröffentlichungen mit vielen Co-Autor*innen häufig hoch verdichtete Wissenschaft enthalten, hinter der sehr umfangreiche wissenschaftliche Leistungen stecken. Publikationszahlen sind kein gutes Maß für wissenschaftliche Leistung, stagnierende Pro-Kopf-Publikationszahlen deshalb auch kein Beleg für eine "Leistungsillusion".

#2 -

Silke Walther | Mo., 30.11.2020 - 19:44
Seit Jahren ist der "wissenschaftliche Nachwuchs unterhalb der Professur" Objekt von Studien. Seit 2014 sind die Resultate weithin ziemlich gleich geblieben: es gibt über 80 % Befristung, einen hohen Aufwuchs bei den Doktorierenden und Postdoktorierenden, aber einen kaum steigerfähigen Bedarf nach diesen Wissensarbeitern - mit Ausnahme der Bedarf an kurzfristig beschäftigten Lehrkräften im Mittelbau. Problematisch ist neben der Kurzbefristungspraxis und dem Zwang zu Drittmittelpersonal im Projektintervall von ca. 2-3 Jahren auch die völlig vernachlässigte Gestaltungsfreiheit der eigenen Laufbahn als Fachexperte, Forscher, Lehrender oder Manager. Es gilt wie im deutschen Schulsystem: mitgegangen, mitgehangen: kein Wechsel der Standbeine, Standorte und der Befreiung ...

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