Löchrige Garantie
Die Bundesregierung will jedem jungen Menschen eine Ausbildungsmöglichkeit anbieten. Ein hehres Anliegen. Doch die vom Kabinett beschlossene Ausbildungsgarantie lässt zu wünschen übrig.

Bild: karosieben / pixabay.
DIESE ZAHLEN TUN WEH. Trotz der guten Konjunktur befanden sich laut Nationalem Bildungsbericht 2019 rund 234.000 Jugendliche im sogenannten Übergangssektor, 23 Prozent des gesamten Ausbildungsjahrgangs. Das heißt: Sie absolvierten berufsvorbereitende Bildungsangebote, weil sie keinen Ausbildungsvertrag erhalten hatten.
Wenn mit 18 die Schulpflicht endet, kippen viele sogar ganz aus dem System. Das Forschungsinstitut für Bildung und Sozialökonomie (FiBS) hat im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung errechnet, dass 630.000 Menschen zwischen 15 und 24 im Jahr 2021 weder zur Schule gingen noch eine Ausbildung machten, sie studierten nicht und hatten auch keine Arbeitsstelle. Sie sind schlicht durchs Raster gefallen .
Gute Argumente also für die im Ampel-Koalitionsvertrag angekündigte Ausbildungsgarantie: Jedem Jugendlichen solle der Zugang zu einer vollqualifizierenden Berufsausbildung ermöglicht werden, hieß es da. Die Bundesregierung hat ihr Versprechen jetzt als Teil ihres neuen Weiterbildungsgesetzes auf den Weg gebracht. Jedem Jugendlichen, der regulär keine Ausbildung findet, soll von August an ein außerbetrieblicher Ausbildungsplatz angeboten werden.
Nur dass es leider noch eine löchrige Garantie ist. So kalkuliert die Bundesregierung mit gerade einmal 7.000 zusätzlichen solcher außerbetrieblichen Ausbildungsplätze. ...
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