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Abenddämmerung im Innovationsland

Zu viele Unternehmen verlagern ihre Forschung und Entwicklung aus Deutschland weg, zeigt eine Umfrage. Wo ist der politische Alarmismus, wenn man ihn mal braucht? Ein Kommentar.

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Artikelbild: Abenddämmerung im Innovationsland

Foto: Matthis Volquardsen, Pexels, CCO.

NATÜRLICH, DER BDI ist ein Lobbyverein. Trotzdem sollte man aufhorchen, wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie eine Befragung unter 274 großen Industriefirmen durchführen lässt und ein Fünftel dieser Unternehmen mitteilt, die Verlagerung von F&E-Bereichen ins Ausland beschlossen oder bereits umgesetzt zu haben. Noch mehr sollte einen unruhig werden lassen, wenn von den sehr großen Unternehmen ab 1000 Mitarbeiter sogar 34 Prozent Entsprechendes berichten und weitere neun Prozent angeben, sie hätten über eine Verlagerung schon nachgedacht.

Was bringt die Unternehmen dazu? 58 Prozent sagen: die Kosten. 47 Prozent führen die vermeintlich geringere Bürokratie im Ausland an und 34 Prozent eine "größere Innovationsoffenheit an ausländischen Standorten". Und: Satte zwei Drittel (64 Prozent) zeigen sich davon überzeugt, dass es ausländische Wettbewerber leichter hätten, neue Ideen und Technologien umzusetzen. 60 Prozent der Unternehmen schätzen die Chancen als gering ein, dass Deutschland seinen Wettbewerbsrückstand schnell aufholen kann. Als größte Hindernisse nennen 76 Prozent strenge gesetzliche Vorgaben, 62 Prozent lange Genehmigungsverfahren.

Es ist eine Binse, die eigentlich keiner Begründung mehr bedarf: ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Sa., 08.02.2025 - 11:26
"Denn die nur 7,3 Prozent unbefristete Arbeitsverträge nach der Promotion stehen laut BuWiK 74 Prozent in der Privatwirtschaft gegenüber. Soll heißen: Entscheiden sich die frisch Promovierten, der Wissenschaft den Rücken zu kehren, werden sie dort zehnmal so häufig mit einem Dauerjob belohnt."



So stand es kürzlich hier unter der Überschrift "Arbeiten in der Wissenschaft". Und der Dauerjob in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung wird dann ins Ausland verlegt? Vielleicht nach China?

Bemerkenswert ist auch, dass nicht primär die Fremdenfeindlichkeit der Deutschen (die ausländische Fachkräfte abschrecken könnte) als Grund genannt wird, sondern die typisch deutsche Bürokratie.

#2 -

Schöneberger | So., 16.02.2025 - 23:19
Die fehlende Aufmerksamkeit für dieses zentrale Zukunftsthema spiegelt sich auch in den fehlenden Reaktionen hier im Blog wieder. Wie der Vorredner bezweifle ich aber auch, dass Bürokratie der zentrale Faktor ist (welche Rolle soll die DSGVO für deep tech Innovationen spielen?).Hier eine etwas polemisch formulierte Hypothese: Was mir im MINT-Bereich insb. bei "native" Nachwuchswissenschaftlern im Vergleich zu z.b. chinesischstämmigen Kolleg*innen oft auffällt ist ein fehlender curiosity-driven mindset, fehlende Leistungsbereitschaft und generell Priorisierung von me time bzw. Familie, die zu Lasten der Arbeitsmotivation geht. Als Firma würde ich bei diesem HR-Pool die F&E tendenziell auch eher in eine Umgebung mit motivierten ...

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