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Wir haben ein Integrationsproblem. Aber anders, als viele denken

Viel ist in den vergangenen Monaten von Medientabus die Rede gewesen. Berichten wir Journalisten ausreichend über das Fehlverhalten einiger Flüchtlinge und Migranten, über ihre Anpassungsschwierigkeiten und Bildungsdefizite, oder verharmlosen wir aus welchem Motiven auch immer die Situation? Waren es vergangenes Jahr noch vor allem Anhänger von Pegida und Ablegern, die über die vermeintliche "Lügenpresse" schimpften, stammen die Vorwürfe der Unausgewogenheit seit der Kölner Silvesternacht auch aus gemäßigteren Ecken. Mit erstaunlichen Folgen: Plötzlich lässt kaum noch ein Politiker die Gelegenheit aus, nun aber wirklich einmal den Flüchtlingen klipp und klar zu sagen, dass sie sich bitte auch zu integrieren haben. Nach dem Motto: Integration ist keine Einbahnstraße. Nicht selten schwingt da ein ungesagtes "Das muss man ja wohl noch sagen dürfen" mit. Und unter Journalisten macht sich die Sorge breit, nun bloß nicht zu gutmenschig über die "Flüchtlingskrise" zu berichten, sondern bloß auch die Probleme, die "die Flüchtlinge" haben und verursachen, immer ausreichend mitzunennen.

Ich sitze an meinem Schreibtisch und wundere mich. Das fängt schon bei dem Wort an, das alle jetzt so einfach übernehmen: "Flüchtlingskrise". Klingt fast so, als seien die Geflüchteten das Problem. Als seien nicht die Fluchtbewegungen Folge einer ...

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Kommentare

#1 -

Erwin Amann | Do., 17.03.2016 - 16:29
Wenn wir Menschen integrieren wollen, so müssen wir sie vor allem und in erster Linie willkommen heißen. Es gibt großartige Beispiele dafür in Deutschland aber auch in Österreich. Nicht jeder muss persönlich einen Flüchtling aufnehmen. Jeder sollte aber denjenigen, welche es machen mit Hochachtung begegnen. Wer jedoch Flüchtlingsheime, ob belegt oder noch nicht, anzündet, wer die Flüchtlinge beschimpft und angreift, der säht Gewalt und darf sich nicht wundern, wenn er schließlich auch Gewalt erntet. Vielen Dank Dr. Wiardia für Ihren ausgezeichneten Beitrag.

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