Gebetsräume: Lernt von den Kölnern!
Geht es Ihnen auch so: In den vergangenen Wochen war gefühlt mehr von Gebetsräumen an Universitäten die Rede als in den zehn Jahren vorher. Mit ziemlich lauter Medienbegleitung hat die TU Dortmund ihren überkonfessionellen "Raum der Stille" und die Uni Duisburg-Essen ihren Gebetsraum für Muslime geschlossen. In Dortmund, weil einige der dort betenden Muslime offenbar eine Geschlechtertrennung hatten durchsetzen wollen (siehe hierzu den Briefwechsel zwischen Rektorat und Befürwortern des "Raumes der Stille"); in Essen, berichtet die Lokalpresse, sei es ähnlich gewesen, dort sei sogar während des Freitagsgebets regelmäßig ein Aufzug blockiert worden. Die Universität selbst verwahrt sich allerdings gegen solche "Gerüchte" und begründet die Schließung mit einer anstehenden Sanierung. Fest steht: Blättert man die mediale Berichterstattung zu beiden Fällen durch, wird einem schnell schaurig angesichts der Mischung von ehrlicher Empörung und unterschwelliger Pauschalverurteilung.
Wirklich problematisch erscheint mir, dass die TU Berlin ihren ausschließlich für Muslime vorgesehenen Gebetsraum ebenfalls schließt – offenbar ohne dass es einen berichtenswerten Konflikt gab. Auch eine Sanierung steht nicht an. Die Begründung von TU-Präsident Christian Thomsen: Er sei der Meinung, dass Hochschulen und Religion voneinander getrennt sein sollten. Außerdem gebe es mittlerweile ausreichend Gebetshäuser, auf die die Studenten ausweichen könnten. Die ...
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Kommentare
#1 - Lieber Jan-Martin,ich habe nachgedacht, ob ich überhaupt…
ich habe nachgedacht, ob ich überhaupt mich hierzu kritisch äußere - lohnt es sich? Und doch, ja, es ist wesentlich! Denn ich bin völlig konträr zu der hier geäußerten Meinung. Sie zeigt, dass wir in Deutschland noch nicht oder gar nie die Trennung von Kirche und Staat schaffen werden. Dein Text hier ist wieder ein Beispiel dafür - unter dem Deckmantel des Humanismus und der Völkerverständigung.
Aber schauen wir mal dahinter: Wozu sind Unis da? Sie sind Stätten der Forschung und der Lehre - und seit Mitte der 70er Jahre auch noch des Transfers von Forschung in die ...
#2 - Lieber Josef,vielen Dank für Dein Feedback. Puh - das sind…
vielen Dank für Dein Feedback. Puh - das sind die ganz großen Schlagworte: Theokratie, die säkularisierte Gesellschaft verteidigen etc. Ich verstehe Deine Argumente und glaube, Deine Sorgen nachvollziehen zu können, aber ich teile sie nicht. Nur ein Beispiel: Die Tatsache, dass die Ausbildung evangelischer und katholischer Pfarrer an unseren Universitäten läuft, ist eine große Errungenschaft und ermöglicht eine Theologie, die ganz anders in wissenschaftliche Diskurse eingebunden ist. Genau darum bin ich auch Unterstützer islamischer Theologie-Professuren an deutschen Hochschulen. Wir brauchen Einbindung, wir brauchen die Kommunikation, wir brauchen kein Aufspalten in getrennte Welten. Und diese Position entspricht ganz sicher ...
#3 - Lieber Jan-Martin,inwiefern ist es eine Errungenschaft,…
inwiefern ist es eine Errungenschaft, wenn für jede Professur in der Katholischen Theologie das nihil obstat vom Papst in Rom ausgesprochen werden muss, oder dass die Besetzung einer Evangelischen Theologie-Professur von der zuständigen Landeskirche genehmigt werden muss - also beide Theologien nicht berufen dürfen, wen sie wollen (ich habe beide Fälle erlebt) - diese Frage wäre zu stellen!. Und wie kommt es, dass der erste islamische Prof in Münster an den islamischen Verbänden gescheitert ist, weil er ihnen nicht genehm war?
Du sprichst von Einbindung und Kommunikation - das verstehe ich sehr gut und bin auch dafür - ...
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