Ausgepokert
Die Wissenschaftsminister stimmen dem "Masterplan Medizinstudium 2020" heute voraussichtlich doch zu – obwohl ihre Forderungen nicht erfüllt wurden.

MINDESTENS EINER DÜRFTE heute Mittag schmunzeln. Voraussichtlich wird das Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sein, der schon vor drei Wochen eine Einladung für den 31. März versandt hatte, um an dem Tag den „Masterplan Medizinstudium 2020“ offiziell zu verabschieden. Zwischendurch drohten einige Wissenschaftsminister mit Ablehnung, und die Kultusministerkonferenz (KMK) verschob die Abstimmung. Ein Kompromisspapier zwischen Gesundheits- und Wissenschaftsministern kursierte und scheiterte. Doch Gröhe blieb unverdrossen und erneuerte sogar seine Einladung, mit der er Wissenschaftsminister, Gesundheitsminister und Bundestagsabgeordnete zum feierlichen Abschluss an einen Tisch holen wollte.
Seit gestern sieht es so aus, als hätte sich die Abgebrühtheit des CDU-Politikers ausgezahlt: Bis heute Mittag 12 Uhr sollen die Wissenschaftsminister einem so genannten Umlaufbeschluss der KMK zustimmen, mit dem sie per E-Mail den Masterplan durchwinken. Und zwar so wie gehabt. Ohne Kompromisspapier. Trotzdem konnte sich gestern keiner der Ressortchefs ernsthaft vorstellen, dass das Ding noch danebengeht, so dass Gröhe, wie er es seit Wochen beabsichtigt, am Freitag in seinem Ministerium den strahlenden Gastgeber spielen kann.
Im Ergebnis haben die Wissenschaftsminister damit weder, wie von ihnen gefordert, die Zusicherung vom Bund erhalten, dass er sich an ...
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