Nicht immer nur hinterherlaufen
Heute haben die Hochschulrektoren Peter-André Alt zu ihrem neuen Präsidenten gekürt. Der attestiert der HRK in seinem ersten Interview nach der Wahl eine ausgeprägte Profilschwäche und skizziert seine Agenda für die nächsten Jahre.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl als neuer HRK-Präsident, Herr Alt. Aber sind Sie nicht eigentlich noch ein bisschen jung für das Amt?
Die Frage zeigt schon das Problem. Viele denken immer noch, dass der Job so eine Art Karriereausstieg auf Raten ist: Man kommt von dem Stress der vergangenen Jahrzehnte langsam runter, macht hier und da ein bisschen Wirbel, irgendwann ist die Präsidentschaft dann rum, und man geht endgültig aufs Altenteil. Von wegen. Im Übrigen war meine geschätzte Vorvorgängerin Margret Wintermantel auch nicht älter, als sie anfing. Die HRK hat aus guten Gründen schon vor anderthalb Jahrzehnten entschieden, einen hauptamtlichen Präsidenten zu berufen. Und ich beabsichtige, mein Amt genau so auszufüllen.
Solche Sätze kann man auch als Ansage an die eher behäbige HRK verstehen.
Ich sehe sie eher als Versprechen. Ich beabsichtige, mich der Aufgabe ganz und gar zu verschreiben, denn ich glaube, dass es viel zu tun gibt. Wie ernst es mir damit ist, können Sie im Übrigen auch daran sehen, dass ich die durchaus reizvolle Alternative, in eine dritte Amtszeit als Präsident der Freien Universität (FU) zu starten, bewusst nicht in Erwägung gezogen habe. Und das in einer Phase, in der sich in Berlin ein Exzellenzverbund gänzlich neuen Typs formiert.
Zu den Begleiterscheinungen Ihres Abschieds von der FU kommen wir später noch. Erklären Sie mir bitte zunächst, was Sie eigentlich reizt an einem Verein, der in den vergangenen Jahren vor allem durch die Streitereien zwischen Universitäten und Fachhochschulen auf sich aufmerksam gemacht hat – und durch eine daraus folgende strategische Linie, die eigentlich keine war.
Die Beschreibung finde ich zu hart. Mich reizt gerade die Vielfalt der unterschiedlichen Hochschultypen, ihre unterschiedlichen Bedarfe und Interessen, die man als Präsident miteinander in Einklang bringen muss.
Das müssen Sie so sagen. Aber Sie wissen doch selbst, in welch grundsätzlicher Identitätskrise sich die HRK befindet.
Hat die Hochschulrektorenkonferenz eine Profilschwäche? Ja. Fällt es ihr ...
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Kommentare
#1 - Ein sehr interessantes Interview, das fruchtbar für die…
Für die weitere Diskussion der dazu angesprochenen Punkte hier noch drei Links mit aktuellen Beiträgen:
1.) Zum Thema Potential von Lehrpreisen für Ansätze zur Förderung guter Lehre: www.researchgate.net/publication/322231585,
2.) Zum Thema Indikatoren für gute Lehre: Der Jahresbericht 2017/18 des Hochschul-Bildungs-Report 2020 enthält mit seiner Halbzeitbilanz zur Entwicklung der letzten 10 Jahre in Deutschland auch Qualitätsaspekte von Lehre und Studium wie z.B. Betreuungszufriedenheit, auch für bestimmte Studierendengruppen (S. 8), sowie zum Berufs- bzw. Praxisbezug (S. 33f. und 77f.): www.researchgate.net/publication/321161738,
3.) eine kürzlich auf einer ...
#2 - Zur Idee der DTG: "Ich frage mich zum Beispiel, ob nicht…
Hört, hört. Hauptgeschäftsführer der AIF ist ja kein Anderer als Thomas Kathöfer, der zuvor Generalsekretär der HRK war. Honi soit qui mal y pense!
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