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Zur Not ohne Ditib

Im Streit um das geplante Institut für Islamische Theologie gibt sich Berlins Wissenschaftsstaatssekretär Krach hart. Zu Recht.

AUCH WENN ES immer noch einen Bundesinnenminister gibt, der behauptet, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, die Wissenschaftspolitik hat die Frage zum Glück längst anders beantwortet: Ja, die Islamische Theologie gehört an die Universitäten der Bundesrepublik. Als erstes gab diese Antwort übrigens eine Politikerin von Horst Seehofers Schwesterpartei, die damalige CDU-Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Ihr Ministerium finanzierte von 2011 an Islam-Zentren an den Universitäten Tübingen, Frankfurt/Gießen, Münster, Osnabrück und Erlangen-Nürnberg.

Berlin war beim Start damals nicht dabei, und das scheint die selbsternannte Brain City nachhaltig gewurmt zu haben, zumal nirgendwo in Deutschland mehr Muslime leben als in der Hauptstadt. So erklärt sich die erstaunliche Hartnäckigkeit, mit welcher der Berliner Senat nun schon über Jahre hinweg die Gründung eines Instituts für Islamische Theologie verfolgt. Erst wollten die Berliner Unis nicht so recht mitmachen, dann sorgten sich evangelische Theologen um ihre Identität in einer möglichen gemeinsamen Fakultät. Und dann galt es noch zu klären, wer eigentlich "den Islam" in Berlin vertritt und damit Kooperationspartner von Politik und Wissenschaft werden soll. Doch auch nachdem die fünf Islamverbände gefunden waren, ging der Streit weiter: ...

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Kommentare

#1 -

Dr. Josef König | Do., 05.04.2018 - 12:34
Lieber Jan-Martin,



Deinem Beitrag, dem ich im Grund vollauf zustimmen kann, weil der Staat sich das Recht nimmt, "Religionen zu domestizieren, damit kein Staat im Staate entsteht", bringt mich aber auf den anderen Gedanken: Warum soll er sich überhaupt sich mit religiösen Organisationen abstimmen bzw. diesen die Erlaubnis geben, wer die jeweilige Theologie unterrichten darf? Das gilt für die Katholische Theologie, für die selbst Rom noch in Deutschland im Prinzip zuständig ist, das gilt auch für die Evangelische Theologie und ihre zuständigen Landeskirchen - und nun für den Islam, für den keine vergleichbare Struktur/Körperschaft existiert.



Warum also nicht radikaler denken ...

#2 -

Heiko Wolf | Do., 05.04.2018 - 16:55
"Warum also nicht radikaler denken und die Konkordate direkt kündigen?"

Ganz einfach: Weil das Reichskonkordat eine Kündigung nicht vorsieht, daher ergibt sich daraus auch keine Kündigungsmöglichkeit. Eine ordentliche Kündigung ist schlicht nicht möglich.

#3 -

Edith Riedel | Do., 05.04.2018 - 17:21
"Warum also nicht radikaler denken und die Konkordate direkt kündigen?"



Eine absolut berechtigte Frage, und meines Erachtens gar nicht so radikal. Wie von Herrn Diepold richtigerweise festgestellt, ist die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland (leider) nie vollständig vollzogen worden. Und wie die Wissenschaftsfreiheit mit dem massiven Einfluss der Kirchen auf die Besetzung der Professuren und die Gegenstände von Forschung und Lehre vereinbar sein soll entzieht sich mir vollends. Die aktuelle Debatte darum, welche islamischen Verbände bei der Besetzung von Professuren ein Mitspracherecht erhalten sollen, geht meines Erachtens in die falsche Richtung, zementiert sie doch die Einflussnahme religiöser Institutionen ...

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