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Es geht um sehr viel Geld

Es sagt sich so leicht: Ein neuer Hochschulpakt soll Qualität und Quantität in der Lehre versöhnen. Wie das praktisch gehen könnte, dazu hat sich der Wissenschaftsrat Gedanken gemacht – und sie in ein brisantes Positionspapier gefasst. Ein Interview mit der Vorsitzenden Martina Brockmeier.

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Artikelbild: Es geht um sehr viel Geld

Frau Brockmeier, Anfang vergangener Woche hat der künftige HRK-Präsident Peter-André Alt Gleichbehandlung für die Hochschulen gefordert: Auch sie sollten künftig jedes Jahr ein garantiertes Budgetplus bekommen, wie es für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen seit vielen Jahren selbstverständlich ist. Heute nun veröffentlicht der Wissenschaftsrat sein mit Spannung erwartetes Positionspapier zur Nachfolge des Hochschulpakts. Haben Sie die Forderung von Herrn Alt aufgenommen?

In der politischen Wirkung kann ich mir einen Unterschied vorstellen, ob man als Empfänger vom Geldgeber etwas fordert oder ob der Wissenschaftsrat, in dem die Geldgeber sitzen, etwas empfiehlt. Vermutlich ist unser Positionspapier darum noch etwas verbindlicher und folgenreicher als die "Stimme der Hochschulen", wie die Hochschulrektorenkonferenz auch bezeichnet wird, aber inhaltlich "singen wir im Duett". Jedenfalls bin ich froh, dass es in derselben Höhe wie bisher die Mittel geben wird, um die Studienkapazitäten aufrechtzuerhalten. Und es wird diese Mittel auf Dauer geben. Der Bund und die Länder haben sich dazu bekannt. Das ist ein großer Schritt, er schafft Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Besonders die vielen befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen sich freuen, denn es bestehen endlich Chancen auf eine Dauerstelle, wenn man mit Daueraufgaben in der Lehre betraut ist.

Dass die Hochschulpakt-Mittel verstetigt werden sollen, steht allerdings auch schon im Koalitionsvertrag der Großen Koalition. Richtig mutig wäre es, wenn der Wissenschaftsrat in seinem Positionspapier darüber hinausgehen würde.

Und das tut er. Die politischen Entscheidungsträger haben explizit anerkannt, dass die Hochschulen auch zusätzliche Mittel brauchen – für Qualitätsverbesserungen in der Lehre, die über die Verstetigung von Personalstellen hinausgehen, und für die Bewältigung neuer Herausforderungen. Bund und Länder haben in unserem Papier eine Prüfung zugesagt, ob sie einen solchen Aufwuchs, wie ihn der Wissenschaftsrat übrigens ebenfalls seit vielen Jahren für die Grundfinanzierung der Hochschulen fordert, sowohl dafür als auch für die Nachfolgevereinbarung Hochschulpakt aufbringen können. Das muss jetzt in der Gemeinsamen ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Hekking, VPH | Di., 01.05.2018 - 06:26
Was nicht erwähnt wird, aber eine Rolle gespielt hat, ist die unappetitliche Benachteiligung der privaten Hochschulen beim Hochschulpakt durch einige BundesLänder (zB Berlin und Hamburg) wo sie mehr Studienplätze geschaffen haben als die Staatshochschulen, aber keine Förderung erhalten haben. Das muss und wird sich ändern

#2 -

N.N. | Mi., 02.05.2018 - 18:44
Sehr geehrter Herr Dr. Wiarda,

sehe nur ich zwischen den beiden nachfolgend genannten Zitaten einen Widerspruch, der im Interview nicht weiter thematisiert wurde?



Zitat 1: "Vermutlich werden die beiden Pakte parallel verhandelt. Ich rechne aber auch damit, dass sie wie bislang schon getrennt finanziert werden."



Zitat 2: "Klar ist auch, dass der Hochschulpakt und der bisherige Qualitätspakt Lehre zu einem Paket zusammengefasst werden, oder – um mit der neuen Bundesforschungsministerin (und seit heute offiziellen GWK-Vorsitzenden) Anja Karliczek zu sprechen – zu einer "Portion"."

Quelle: https://www.jmwiarda.de/2018/04/13/jetzt-soll-alles-ganz-schnell-gehen/

#3 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 02.05.2018 - 19:04
Liebe/ N.N.,

ich verstehe, dass man die beiden Passagen so lesen kann, aber ich habe nicht zwangsläufig einen Widerspruch gesehen. "Zu einem Paket zusammengefasst" ist für mich synonym mit "parallel verhandelt (und beschlossen)" und umfasst inhaltliche Querbezüge also: Das Eine gibt es nur, wenn es das andere auch gibt. Das heißt aber nicht, dass die Finanzierung zusammen sein muss. Brockmeier sagt ja auch: "In Zukunft könnten beide Anliegen noch enger miteinander verschränkt werden, wenn die Nachfolgevereinbarung zum Hochschulpakt qualitätssteigernde Elemente enthalten ..."



Viele Grüße

Ihr J-M Wiarda

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