Direkt zum Inhalt

Den Kern verfehlt

In Berlin wurde der Bildungsbericht vorgestellt. Er liefert eine dramatische Bestandsaufnahme – doch die anwesenden Bildungspolitiker redeten drumherum.

Bild
Artikelbild: Den Kern verfehlt

DER BILDUNGSBERICHT 2018 ist ein Dokument , in dem man sich verlieren kann. 360 Seiten, über 200 Tabellen und Grafiken und noch mehr online. Auch Bundesbildungsministerium (BMBF) und Kultusministerkonferenz (KMK) fiel es offenbar schwer, aus dem seit 2006 alle zwei Jahre erscheinenden, von ihnen in Auftrag gegebenen Kompendium die eine griffige Zeile abzuleiten. Folglich entschieden sie sich, als der Bericht heute Morgen präsentiert wurde, in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung für eine Trivialität, die immer passt. BMBF und KMK seien sich einig: "Bildung lohnt sich– für jeden Einzelnen und die Gesellschaft."

Geschenkt. Denn gerade aufgrund seiner Datendichte und Vielschichtigkeit ist der Bildungsbericht, erstellt von einem Konsortium führender Bildungsforscher, über die Jahre zu dem "Spiegel" geworden, von dem KMK-Präsident Helmut Holter (Linke) heute sprach: "der Spiegel, der der Politik vorgehalten wird." Was wiederum nach Platitüde klingt, aber inhaltlich korrekt ist: Der Bildungsbericht wartet nicht mit bahnbrechend neuen Erkenntnissen auf, das soll er auch gar nicht. Sondern er zeichnet Entwicklungen nach, bringt bekannte Mängel auf den Punkt und liefert so alle zwei Jahre eine Bestandsaufnahme über den Zustand des deutschen Bildungswesens, die ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Klaus Hekking | So., 24.06.2018 - 11:50
Kein Wunder! Der Bildungsbericht wiederholt sich mit leichten semantischen Änderungen jedes Mal. Da ist es schwierig neue Ideen anzubringen.Das hängt mit der vorgegebenen Struktur des Berichts, der Herkunft der Experten aus dem öffentlich-rechtlichen mainstream zusammen, die die ewig gleichen und immer wieder gescheiterten Rezepte vortragen und der Tatsache zusammen, dass die Auftraggeber des Berichts darauf achten, dass klar erkennbare Defizite des staatlichen Bildungswesens weichgespült werden.



Es wird Zeit für einen „Alternativen Bildungsbericht“, der frische Ideen in die zunehmend sklerotische Denkweise unserer Bildungswelt bringt

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 27.07.2018 - 11:03
Hinweis an die Kommentarschreiberin Lina: Ich habe Ihren Kommentar gelöscht, weil er nicht die Standards der Netiquette eingehalten hat. Formulieren Sie Ihre Kritik an der Ministerin gern neu und sachlich, dann kann sie gern in einem Blog stehen bleiben.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.