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Guten Sprung

Seit Monaten diskutiert die Wissenschaftspolitik eine "Agentur für Sprunginnovationen". Jetzt liegt dem Bundeskabinett eine erste Beschlussvorlage vor.

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Artikelbild: Guten Sprung

DIE IDEE LIEGT seit einer Weile in der Luft. Sie war Thema zweier Innovationsdialoge mit der Bundeskanzlerin; im Februar veröffentlichte die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) Empfehlungen einer von Max-Planck-Chef Martin Stratmann geleiteten Expertengruppe, Titel: " Impulse für Sprunginnovationen in Deutschland ". Im März versprachen Union und SPD in ihren Koalitionsvertrag diesbezüglich "neue Instrumente", und im April sagte die frisch ins Amt gekommene Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) beim Forschungsgipfel in Berlin , sie wolle etwas einführen, das das deutsche Innovationssystem bisher nicht habe. "Eine Innovationsagentur für Sprunginnovationen, die staatlich finanziert und mit außergewöhnlichen Freiheitsgraden ausgestattet wird, um Außergewöhnliches zu erreichen."

Jetzt unternimmt die Bundesregierung die ersten konkreten Schritte von der Idee zur Realisierung. Diesen Mittwoch soll das Kabinett ein sogenanntes "Dachpapier" behandeln, das die Grundlinien für die anstehenden Beschlüsse zur "Förderung von Sprunginnovationen" (über die Wahl des Begriffs und ob er wirklich netter klingt als "Disruptionen" lässt sich weiter streiten) umreißt. Denn tatsächlich soll nicht nur eine "Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen" (so der derzeitige Arbeitstitel) für den zivilen Bereich gegründet werden, sondern parallel auch eine weitere "Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit" – um, wie es in der Kabinettsvorlage heißt, den Bedarf "des ...

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Kommentare

#2 -

Zukunftsmusiker | Di., 14.08.2018 - 12:35
Dietmar Harhoff ist einer der ganz wenigen in Deutschland, die verstehen wie diese Art von Innovation funktioniert. Aber sehr viele andere bei Fraunhofer u.a., die Sprunginnovationen eben überhaupt nicht können, werden versuchen entweder selbst an das Geld zu kommen oder andernfalls die neue Organisation von außen kaputt zu machen. Es wird sehr schwer werden zu verhindern, dass diese gut gemeinte (und in Deutschland dringend nötige!) Sache am Widerstand des vorhandenen deutschen Innovationssystems scheitert. Ich wünsche Dietmar Harhoff Glück und danke JM Wiarda für den Bericht.

#3 -

Zukumftsmusiker | Di., 14.08.2018 - 12:53
@ Doktor Strangelove: Ein typischer Jurist wäre falsch, klar. Aber ein typisch deutscher Ingenieur eben auch, denn der ist auf kleinschrittige Innovationen geeicht. Für diese Art von Innovation aber braucht man jemanden mit visionärer Kraft, also vom Habitus her einen Künstler. Ob sich staatliche deutsche Stellen trauen, so jemandem die Sache anzuvertrauen und die nötigen Freiheiten zu lassen (nicht nur rhetorisch, sondern wirklich)? Ich bin skeptisch ...

#5 -

Disruptionsbeo… | Sa., 20.10.2018 - 04:56
Jurist, Künstler als Leitende Führer dieser Agentur ...auf kleine Innovationsschritte geeichte deutsche Ingenieure...Fraunhofer kann nichts...

Was man aus diesem Kommentar liest ist die Hybris und Inkompetenz abgehobener Menschen, die keine Ahnung haben von Industrie, Fertigung - eben das Verständnis heutiger Vorgänge zur Produktentwicklung. Mag sein, dass Herr Harhoff ein geeigneter Mensch ist, der solche Innovationen einzuführen versteht. Ich kenne ihn und seine Arbeit nicht.

Ein Ingenieur eines erfolgreichen Mittelständlers, der Zulieferer im Automotive-Bereich ist, sagte mir mal, warum die Chinesen so erfolgreich und schnell in der Entwicklung von Branchen seien: der Anteil der Ingenieure in Entscheidungspositionen in Ämtern sei gewaltig ...

#6 -

Disruptionsbeo… | Sa., 20.10.2018 - 11:52
Eins habe ich vergessen: mp3, aber zB auch die Einführung umweltfreundlicher Kohlenwasserstoffe als Kältemittel in Kühlschränken durch Foron 1992 zusammen mit Greenpeace. Sowas als erster zu machen ist oft der Tod und es profitieren die Nachzügler. Ob es das fehlende oder ein falsches Geschäftsmodell ist, weiß ich nicht. Aber das passiert immer wieder. Auch Apple‘s iPhone wuchs 2007 in einen bestehenden Markt hinein, den Nokia und Blackberry ab 2002 erschlossen hatten.

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