Angekettet in der Nische
Der Wissenschaftsjournalismus muss anders über seine Zukunft nachdenken, wenn es eine geben soll. Ein Gastbeitrag von Manfred Ronzheimer.

Foto: Pixaybay/ congerdesign , CC0
ALS GESTERN NACHMITTAG im Futurium in Berlin neben der Bundesforschungsministerin und auf deren Einladung eine illustre Runde von 50 Kommunikationsprofis über die Verbesserung der Wissenschaftskommunikation reflektierte, saß der Wissenschaftsjournalismus mit drei Vertretern lediglich am Katzentisch. Das ist auch nicht besonders zu beklagen, denn eine zu große Nähe zur Macht bekommt keinem Journalismus gut, auch dem wissenschaftsaffinen nicht.
Trotzdem ist das ein Problem. Denn wer in den neuen Wissenschaftbarometer von "Wissenschaft-im-Dialog" schaut, der stellt fest, dass die Bevölkerung weiter die Produkte der journalistischen Wissensvermittler bevorzugt und ihnen mehr vertraut als den Hochglanzprodukten der Wissenschaftskommunikatoren. Hinzu kommt: Als einer, der bei dem legendären PUSH-Symposium des Stifterverbandes 1999 in Bonn zugegen war, auf dem die Tür zur Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation auf Seiten der Hochschulen und Forschungsinstitute aufgestoßen wurde, weiß ich, dass Journalisten in diesen Debatten über die Vermittlung zwischen Academia und Bevölkerung schon mal stärker gehört wurden als heute.
Angesichts der derzeitigen Randständigkeit des heutigen Wissenschaftsjournalismus in Deutschland – die wohlgemerkt nicht dem Wissenschaftssystem, sondern dem Wandel des Mediensystems anzulasten ist – ist es gut, ...
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Kommentare
#1 - Interessanter Beitrag, der aber nicht ohne trendige…
#2 - Mein Lösungsvorschlag: Den Wissenschaftsjournalismus als…
#3 - PS: Im deutschsprachigen Raum fällt mir als…
#4 - Die "Überwindung des Grabens zwischen…
Dabei könnte auch der Wissenschaftsjournalismus von der breiteren Definition profitieren, die Wissenschaftskommunikation als Oberbegriff sieht, und Wissenschafts-PR, Wissenschaftsjournalismus, aber auch das kurz erwähnte direkte Engagement von Wissenschaftlern bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit (das dann auch gar nicht mehr so aus der Reihe fällt, wie sich ...
#5 - An @ZukunftsmusikerDas würde das Kind mit dem Bade…
Das würde das Kind mit dem Bade ausschütten. Es stimmt, dass heutiger Wissenschaftsjournalismus zu nah am Wissenschaftssystem dran ist und da überwiegend nur den "Erklärbären" abgibt. Es fehlt die kritische Bewertung des Systems und der Rückkanal "Sprachrohr der Gesellschaft", auch im Sinne der Förderung gesellschaftsdienlicher Forschung.
@Pössel. Da ich Praktiker bin, will ich hier vorerst nur zwei praktische Schritte ankündigen. Einmal gehe ich nochmal in das WID-Wissenschaftsbarometer rein, auch für eine parteipolitische Auswertung. Da werde ich auch nochmal die Medienakzeptanz zusammenfassen. Die höhere Glaubwürdigkeit der klassischen Medien stand meiner Erinnerung nach in der Allensbach-Studie für die Leopoldina zur ...
#6 - Ich habe mir etwas mehr Zeit gelassen, bevor ich den…
https://www.widderworte.de/2018/10/wissenschaft-ist-fuer-jeden-zugaenglich/
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