Den richtigen Zeitpunkt verpasst
Immer mehr Länder verfügen die Komplettschließung von Kitas und Schulen. Die Kultusminister erleben, wie sie von den politischen Entwicklungen überrollt werden.

Bald leere Schulhöfe bundesweit. Foto: pixnio - cco.
LANGE HABEN SIE es nicht wahrhaben wollen. Noch gestern stemmten sich die Kultusminister gegen drohende bundesweite Schulschließungen, ließen durchblicken, dass sie nicht von der Sinnhaftigkeit eines solchen Schrittes überzeugt waren. In ihrem gestern Nachmittag in der Kultusministerkonferenz (KMK) gefassten Beschluss zum "Umgang mit dem Coronavirus" ist von allerlei Maßnahmen die Rede – allesamt für den Fall dass die Schulen grundsätzlich offenbleiben.
Dabei war spätestens seit Mitte der Woche klar, dass der gesellschaftliche Erwartungsdruck, in der Krise Handlungsstärke zu zeigen, bald übermächtig werden würde. Und unter Handlungsstärke verstehen die meisten derzeit eben drastische Maßnahmen – und nicht differenzierte, stufenweise Antworten.
Die drastischsten Maßnahmen sind nicht automatisch die sinnvollsten
Damit ist nicht gesagt, dass die drastischsten Maßnahmen automatisch die sinnvollsten sind zum jetzigen Zeitpunkt. Die Virologen und Gesundheitsexperten sind sich – im Gegensatz zur öffentlichen Meinung – selbst nicht einig, ob die Komplettschließung von Kitas und Schulen im ganzen Land zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt angebracht ist.
Christian Drosten von der Charité zum Beispiel widersprach erst heute Morgen per ...
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Kommentare
#1 - Zum Glück hat sich am Ende dann doch die Vernunft…
Längeres Zögern hatte perspektivisch erheblich mehr Infizierte nach sich gezogen (und damit mehr Tote), anschaulich dazu https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-act-today-or-people-will-die-f4d3d9cd99ca)
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