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Den richtigen Zeitpunkt verpasst

Immer mehr Länder verfügen die Komplettschließung von Kitas und Schulen. Die Kultusminister erleben, wie sie von den politischen Entwicklungen überrollt werden.

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Artikelbild: Den richtigen Zeitpunkt verpasst

Bald leere Schulhöfe bundesweit. Foto: pixnio - cco.

LANGE HABEN SIE es nicht wahrhaben wollen. Noch gestern stemmten sich die Kultusminister gegen drohende bundesweite Schulschließungen, ließen durchblicken, dass sie nicht von der Sinnhaftigkeit eines solchen Schrittes überzeugt waren. In ihrem gestern Nachmittag in der Kultusministerkonferenz (KMK) gefassten Beschluss zum "Umgang mit dem Coronavirus" ist von allerlei Maßnahmen die Rede – allesamt für den Fall dass die Schulen grundsätzlich offenbleiben.

Dabei war spätestens seit Mitte der Woche klar, dass der gesellschaftliche Erwartungsdruck, in der Krise Handlungsstärke zu zeigen, bald übermächtig werden würde. Und unter Handlungsstärke verstehen die meisten derzeit eben drastische Maßnahmen – und nicht differenzierte, stufenweise Antworten.

Die drastischsten Maßnahmen sind nicht automatisch die sinnvollsten

Damit ist nicht gesagt, dass die drastischsten Maßnahmen automatisch die sinnvollsten sind zum jetzigen Zeitpunkt. Die Virologen und Gesundheitsexperten sind sich – im Gegensatz zur öffentlichen Meinung – selbst nicht einig, ob die Komplettschließung von Kitas und Schulen im ganzen Land zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt angebracht ist.

Christian Drosten von der Charité zum Beispiel widersprach erst heute Morgen per ...

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Kommentare

#1 -

JTK | Fr., 13.03.2020 - 18:18
Zum Glück hat sich am Ende dann doch die Vernunft durchgesetzt, und Schulen und Kindergärten werden JETZT geschlossen.

Längeres Zögern hatte perspektivisch erheblich mehr Infizierte nach sich gezogen (und damit mehr Tote), anschaulich dazu https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-act-today-or-people-will-die-f4d3d9cd99ca)

#2 -

Jakob Wassink | Sa., 14.03.2020 - 16:01
Vielen Dank für die Darstellung, insb. der Position der Kultusminister. Ich habe das Gefühl, dass solche zurückhaltenden, differenzierenden Positionen in der von der kriegerischen Rethorik z.B. der Bundeskanzlerin und des Ministerpräsidenten von NRW geprägten öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr vorkommen. Diese Maßnahme wird die Ausbreitung des Virus nicht nennenswert verlangsamen, bringen aber viele insb alleinerziehende, berufstätige Eltern in erhebliche Schwierigkeiten.

#3 -

Working Mum | So., 15.03.2020 - 15:43
Die Schulschließungen sind i.W. Symbolpolitik, deren Folgen jetzt die berufstätigen Eltern zu tragen haben. Mein Mann und ich arbeiten beide bei Bundeseinrichtungen, dürfen aber nicht einmal im Homeoffice arbeiten, obwohl zumindest mein Arbeitsplatz dafür geeignet wäre. Da frage ich mich, wo denn da die in Sonntagsreden beschworene Solidarität bleibt?

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