Einzigartig peinlich
Ausgerechnet die vom BMBF so hochgepriesene HPI-Schul-Cloud wies offenbar massive Sicherheitsmängel auf.
ES GIBT DA dieses alte Sprichwort vom Hochmut, der vor dem Fall kommt, und womöglich muss Christoph Meinel in diesen Tagen manchmal daran denken.
Vor genau einem Monat gab der Chef des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hier im Blog ein Interview, das vor Selbstbewusstsein nur so strotzte. Die von seinem Institut entwickelte und vom Bundesbildungsministerium mit Millionen geförderte HPI-Schul-Cloud sei das einzige Online-Lernportal, das "eine digitale Lernumgebung bereitstellt, die den Datenschutz der Schülerdaten voll gewährleistet und den Schulen zugleich die sichere Nutzung unterschiedlichster digitaler Lernsysteme ermöglicht", sagte Meinel – und brachte mit solchen Aussagen seine privaten Konkurrenten auf die Barrikaden, sprach er ihnen doch in einem Nebensatz die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung ab. Am Ende musste Meinel laut Tagesspiegel Background eine vertragsstrafenbewährte Unterlassungserklärung abgegeben – und darf seine Behauptung der Einzigartigkeit seitdem nicht wiederholen.
Zu Recht, wie sich in den vergangenen Tagen zeigte. Denn jetzt wurde bekannt, dass ausgerechnet die angeblich so sichere HPI-Schul-Cloud gravierende Sicherheitslücken aufweist – auf die das HPI laut dem ARD-Magazin Kontraste offenbar unter anderem erst durch die Recherchen der Fernsehjournalisten aufmerksam wurde.
"Absolut inakzeptabel und in gravierender Weise rechtswidrig"
Es sei zufällig geschehen, berichten die Journalisten. Beim Durchklicken der Cloud-Website seien sie auf Vor- und Nachnamen von Schülern gestoßen, auch auf E-Mail-Adressen von Anwendern und Schulen. Eingeschaltete IT-Experten und Datenschützer hätten den Fund als "hochgradig besorgniserregend" eingestuft. Der ehemalige Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, sagte laut Kontraste, es sei "absolut inakzeptabel und in gravierender Weise rechtswidrig", wie einfach es ...
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