Die gefährliche Routine der Krise
Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben gelernt, trotz Corona ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Das ist eine großartige Leistung. Doch wo bleiben bei all der Krisenbewältigung Kreativität und Innovationen?
ES GAB DIESEN ZEITPUNKT ganz zu Beginn der Coronakrise, da erlebten auch die Hochschulen Momente der Schreckstarre. Menschenleere Labore und zugesperrte Bibliotheken, über Nacht abgesagte Tagungen – und Hörsäle, die auch im bald beginnenden Sommersemester keine Studierenden füllen würden. Doch dann kam etwas in Gang, von dem selbst diejenigen, die es geleistet haben, immer noch fast ungläubig erzählen. Das erste digitale Sommersemester in der Geschichte der deutschen Geschichte startete, und obgleich es den Normalbetrieb nicht ersetzen konnte, war es doch umso vieles gelungener und vielfältiger, als man es sich je hätte vorstellen können. Nur dass man es sich eben nicht vorgestellt hatte, denn die Möglichkeit einer Pandemie überstieg nicht nur den Horizont fast aller, sie kam auch in keiner Hochschulplanung vor.
Ein halbes Jahr später bereiten sich die Hochschulen auf ein Wintersemester vor, von dem angesichts steigender Infektionszahlen immer absehbarer wird, dass es nicht viel anders laufen kann als das Frühjahr. Nur schreckt der Gedanke in den Hochschuletagen keinen mehr. Die Pläne sind gemacht, die Technik steht. Der Krisenbewältigungsmodus ...
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Kommentare
#1 - "Routinierter Krisenmodus"? Der Krisenmodus ist ganz und…
Die Studis, die dann wieder in den Gebäuden herumwuseln - werden die diszipliniert sein und sich elektronisch oder händisch in Anwesenheitslisten eintragen oder nicht? Was, wenn es zu Infektionsketten kommt?
Wie organisieren wir die Laborgruppen in Kohorten, bei denen wir den Mindestabstand nicht halten können - was machen wir bei verschiedenen Laborkursen, bei denen wir nicht genau dieselbe Kohorte haben?
Wie gehen wir mit den nicht erfüllbaren, weil konträren, Wünschen ...
#2 - Ich möchte dieser treffenden Analyse vor allem einen…
Erst in der direkten Interaktion steht uns das gesamte Repertoire an sprachlichen und nicht-sprachlichen Mitteln der Kommunikation zur Verfügung, die für das gemeinsame Denken, Ideen Entwickeln, kreatives Handeln so unverzichtbar sind. Ohne Mimik und Gestik, ohne Zwischenfragen, ohne die vielen eingeworfen Hm (und sonstigen Interjektionen) zum Signalisieren von Verständnis oder Nicht-Verstehen fällt es uns schwer, gemeinsam Ideen zu entwickeln.
Das gilt in gleicher Weise für ...
#3 - Diese "bloße Existenz" rührt wohl mit da her, dass die…
#4 - Ich lese den Blog-Eintrag und kann dieser etwas…
Vor allem geht es auch darum, Ansätze zu finden die Kommunikation zwischen den Studierenden zu animieren und zu unterstützen. Es gibt neue Ideen wie wir die Forschung gestalten und viele neue Ideen zu Forschungsthemen usw. usw. Von Innovationsstau kann ich nichts sehen.
Die Sondersituation öffnet viele Möglichkeiten und Freiräume um Dinge und Ideen ...
#5 - spätestens seit dem Jahrtausendwechsel wird immer wieder…
#6 - Corona ist global und berührt außer Medizin andere…
#7 - Es ist eine interessante Frage, ob wir auf eine…
#8 - Vielleicht ist Routine ganz gut um all die Veränderungen…
Die Routine bietet möglicherweise eine gute Basis für strategische Entscheidungen: Und auf die Innovationen die mit solchen Entscheidungen einhergehen können, bin ich auch gerne noch nach dem nächsten Semester gespannt.
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