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An vielen Stellen missverstanden worden

Bayerns Wissenschaft läuft Sturm gegen das geplante "Hochschulinnovationsgesetz". Wissenschaftsminister Bernd Sibler

will es bis zum Sommer durchbringen. Was genau beabsichtigt

die Staatsregierung eigentlich mit dem neuen Gesetz? Und warum hält Sibler die neue TU Nürnberg für eine Modell für ganz Deutschland?

Ein Interview.

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Artikelbild: An vielen Stellen missverstanden worden

Bernd Sibler, 49, ist CSU-Politiker und bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. In der Kultusministerkonferenz koordiniert er die Wissenschaftsministerien von Landesregierungen mit Unionsbeteiligung. Foto: StMWK / Andreas Gebert.

Herr Sibler, seit Anfang 2021 gibt es die Technische Universität Nürnberg (TUN), zunächst allerdings nur auf dem Papier. Es ist die erste Neugründung einer ersten Universität in Deutschland seit vielen Jahren, im Wintersemester 2023/24 soll der erste Studiengang starten. Trotz Corona alles im Zeitplan?

Wir haben zum 1. Januar den ersten Kanzler berufen, sind beim Gründungspräsidenten auf der Zielgeraden, die ersten Mitarbeiter werden gerade eingestellt, erste Gebäude sind angemietet. Die Planungen für die großen Neubauten laufen, die Finanzierung für die nächsten Jahre ist im Haushalt abgesichert. Mit dauerhaft zusätzlichem Geld, versteht sich. Kein Euro wird den anderen bayerischen Hochschulen weggenommen.

Ein "Modell für ganz Deutschland" soll die TUN werden, haben Sie versprochen – auch gegenüber dem Wissenschaftsrat, der das Hochschulkonzept begutachtet hat . Was lässt sie so vollmundige Ankündigungen machen?

Weil wir hier eine neue Universität, die zehnte in Bayern, von Grund auf neu gestalten können – genau so, wie eine Universität heute sein sollte. Die Einführung innovativer Elemente ist an der TUN einfacher als an einer bestehenden Einrichtung, die Sie erst durch einen Reformprozess führen müssten. Es wird keine traditionellen Fächergrenzen mehr geben, keine Fakultäten, kein Kästchendenken, sondern interdisziplinäre Departments, die Technik-, Geistes- und Sozialwissenschaften von Anfang an miteinander vernetzen. Die Rekrutierung neuer Professoren wird maximal beschleunigt ablaufen. Im Schnitt dauert ein Berufungsverfahren in Deutschland ein Jahr, da sind internationale Mitbewerber viel schneller. Doch wird die TUN nicht nur durch ihre effizienten Abläufe international besonders konkurrenzfähig, sondern auch weil wir sie in Lehre, Forschung und Verwaltung von Anfang an komplett digital denken. Und weil die Sprache der TUN vorrangig englisch sein wird.

"Wir erleben gerade einen echten Brain Gain. Es wäre doch ...

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Kommentare

#2 -

Ein Betroffener | Di., 02.02.2021 - 16:04
Hmm, wenn es jetzt angeblich mehr Kommunikation mit allen Beteiligten geben soll, dann fragt man sich warum an den montaglichen Klüngelrunden zu dem Thema im Ministerium immernoch nur Präsidenten teilnehmen und keine Vertreter der Hochschulgruppen.

Es wird also schief laufen...

#3 -

David J. Green | Di., 02.02.2021 - 19:24
Da Deutsch nur meine Zweitsprache ist, muss ich eingestehen, dass ich die Aussage "In der Hightech-Agenda eröffnen wir Professorinnen und Professoren die Möglichkeit von Gründungsfreisemestern und wir finanzieren bayernweit Forschungsprofessuren, was gerade auch die Rolle der Hochschullehre stärken wird" nicht ganz verstehe. Ich bitte um Erläuterung.

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 02.02.2021 - 20:17
Lieber Herr Green,

ich glaube, hier handelt es sich nicht um ein Sprachproblem, sondern eher um eine etwas ausweichende Antwort von Herrn Sibler. Denn inwieweit Gründungsfrei- und Forschungssemester die Lehre stärken, lässt sich wirklich debattieren.

Viele Grüße
Ihr J-M Wiarda

#5 -

Georg Weimann | Mi., 03.02.2021 - 12:41
Die Einrichtung der TUN ist angesichts der Existenz einer
naheliegenden, renommierten Universität in Erlangen und der THN ziemlich fragwürdig. Man wird den Eindruck nicht los, es handele sich um eine Lex Söder.
Dazu paßt irgendwie die Novellierung des Hochschul-
Gesetzes a'la Hermann.


#6 -

Josef König | Do., 04.02.2021 - 19:32
Dass mit dem neuen Gesetz die Hochschulen wählen können, ob sie „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ werden dürfen und dann einen „Globalhaushalt“ haben werden, ist anderswo seit Jahrzehnten schon der Fall. Das als etwas besonderes zu verkaufen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

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