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Die Menschen erwarten von der Wissenschaft zu Recht Antworten

Was die Wissenschaft der Gesellschaft im Gegenzug für die Forschungsfinanzierung schuldig ist, wo Forschung noch mehr Freiheit braucht und warum Deutschlands Politik die Finger von der Aufgabenverteilung im Wissenschaftssystem lassen sollte: Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer im Interview.

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Artikelbild: Die Menschen erwarten von der Wissenschaft zu Recht Antworten

In DNA-Form hat Reimund Neugebauer vergangene Woche die neuen Empfehlungen des Hightech-Forums ans BMBF übergeben. Fotos: Fraunhofer / Bernhard Huber.

Herr Neugebauer, das Hightech-Forum (HTF) hat am Mittwoch seine Empfehlungen für die künftige Innovationsstrategie der Bundesregierung vorgestellt. Ein freundliches Wünsch-Dir-Was in schwierigen Zeiten?

Das würde der Ernsthaftigkeit der beteiligten Akteure nicht gerecht. Und auch nicht der Breite der im HTF vorhandenen Perspektiven: von den Vertretern der Wissenschaft über die Politik und die Wirtschaft bis hin zu Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen. Wir haben sehr fruchtbar miteinander diskutiert, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Sie sind seit 2015 einer von zwei HTF-Vorsitzenden. Der andere ist BMBF-Staatssekretär Luft. Ist das eigentlich mehr als eine nette PR-Veranstaltung? Der FDP-Politiker Thomas Sattelberger schrieb, er wolle wissen, welche Vorschläge des Forums die Bundesregierung seit 2017 eigentlich umgesetzt habe.

Die Antwort hat die Bundesregierung der FDP im vergangenen Jahr bereits gegeben ( 19/20917 ). Mein Eindruck: Aus den Empfehlungen des aktuellen Hightech-Forums wurden vor allem die Empfehlungen zu Sozialen Innovationen stark beachtet. Das BMBF hat ein eigenes Förderprogramm auf den Weg gebracht. Von den Empfehlungen des vergangenen Hightech-Forums bis 2017 wurde die Plattform Lernende Systeme direkt umgesetzt. Dass es jetzt eine eigene Staatssekretärsrunde gibt, die sich mit jedem Impulspapier des Gremiums beschäftigt, ist sicherlich das Ergebnis der Forderung nach ressortübergreifender Koordination. Damit ist die Liste nicht vollständig. Ich setze mich stark dafür ein, dass sich auch die neue Bundesregierung in einer übergreifenden Strategie verpflichtet, dem Thema Innovation höchste Priorität einzuräumen.

Und was haben Sie der Bundesregierung vergangene Woche empfohlen?

Im Vergleich zur letzten Legislaturperiode, an die das Wirken des HTF ja gebunden ist, haben wir ...

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Kommentare

#1 -

Marktmarktmarkt | Di., 27.04.2021 - 15:42
Ich kann mir nicht helfen, aber ich lese aus dem Interview den Wunsch heraus, recht bequeme Wettbewerbsverzerrungen zu legitimieren. Bevor ich in den Verdacht komme, FDP-Wählerin zu sein: Ich befürworte MEHR Staat, allerdings nur in den Bereichen, in denen die Privatwirtschaft nicht zu besseren Ergebnissen kommt. Dass der Staat die MPG finanziert (und die hochschulische Grundlagenforschung) ist notwendig: Das sind Sachen, die sonst nicht gemacht würden, und wir würden uns alle schlechter stellen. Aber Steuern für anwendungsorientierte Forschung? Der Staat und seine Beamten/Angestellten sind leider nicht so gut wie die Privatwirtschaft, wenn es darum geht, zu ahnen, wo die Technologie-Reise ...

#2 -

Th. Klein | Di., 27.04.2021 - 16:38
In all den Ausführungen kommen die HAWs nicht vor, obwohl die hinsichtlich den Anwendungsorientierung der natürliche Partner der FhG wären. Aber außer den paar Anwendungszentren passiert kaum etwas. Doppelberufungen doch nur mit Unis, Ausgründungen eher alleine ... da könnte mehr gehen.

#3 -

Gründer | Sa., 01.05.2021 - 12:11
Andere Organisationen in Deutschland tun wesentlich mehr für Ausgründungen, z.B. die TU München. Obwohl sie weniger anwendungsnah forschen als Fraunhofer. Es liegt also nicht an der Rechtslage. Sondern an den handelnden Personen.

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