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Für wen ist der Drops denn nun gelutscht?

Franziska Giffey tritt als Familienministerin zurück. Ist die politisch-wissenschaftliche Affäre um ihre Doktorarbeit damit ausgestanden?

FRANZISKA GIFFEY ist von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. Sie stehe weiterhin zu ihrer Aussage, dass sie ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben habe, teilte sie mit. "Ich bedauere, wenn mir dabei Fehler unterlaufen sind."

Ein Schuldeingeständnis? Irgendwie ja, irgendwie aber auch nicht. In jedem Fall ist Giffeys heutige Bitte an Bundeskanzlerin Merkel, sie aus dem Amt zu entlassen, in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Zuerst unabhängig von den besonderen Umständen ihres persönlichen Falles: Einer Politikerin wird wissenschaftliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit vorgeworfen, und sie tritt zurück, nachdem die Untersuchungskommission zu dem Ergebnis kommt, dass die Vorwürfe berechtigt sind. Das ist konsequent und aus Achtung vor der Wissenschaft und den Wählern unvermeidlich.

Wenn man den konkreten Ablauf der Causa Giffey in die Betrachtung hineinnimmt, wird ihre heutige Entscheidung noch bemerkenswerter. Neulich erst hatte sie im Tagesspiegel -Podcast "Eine Runde Berlin" gesagt, das Thema Doktortitel sei für sie durch. "Für mich kann man mal sagen, der Drops ist gelutscht." Allerdings sagte sie da auch, sie wolle SPD-Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl im September bleiben, denn dazu sei ...

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Kommentare

#1 -

Th. Klein | Mi., 19.05.2021 - 20:56
"Nicht, weil die sich Gedanken um die Folgen für die Wissenschaft machen, sondern weil dies so eine gute Gelegenheit ist, eine beliebte und starke Konkurrentin auf der Zielgeraden loszuwerden."

Ja, die Gefahr ist real. Aber Fr. Giffey hat durch die aktuelle Situation auch die Möglichkeit sich vom Establishment abzusetzen, was ihrer Wählerklientel vielleicht sogar entgegenkommt.

#2 -

Nikolai Brodweb | Mi., 19.05.2021 - 22:31
Warum erfährt man von der FU Berlin eigentlich nichts
Selbstkritisches zur Vetter(innen)-Wirtschaft am Otto-Suhr Institut um die Doktor"mutter" Frau Börzel und Familie? Schade, daß der exzellente Mathematiker im Präsidenten-Amt sich nicht dagegen durchsetzt. Wozu gibt es denn diesen ganzen Wirbel um Exzellenz, wenn es im Detail so ausschaut.

#3 -

Andreas Eder | Mi., 19.05.2021 - 23:24
Sehr gelungener Kommentar, vor allem der letzte Absatz. Fehler passieren und zu einer guten Fehlerkultur gehört, dass sie konstruktiv für Korrekturen im Verfahrensablauf und für die Qualitätssicherung genutzt werden. Instrumente und Vorschläge dazu gibt es zuhauf. Ob die FU Berlin diese nutzt? Ich bin skeptisch.

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