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Die Kultusminister wussten, dass sie von uns unbequeme Empfehlungen bekommen

Überraschend schnell legt heute der Rat der 16 Bildungsweisen seine ersten Empfehlungen an die Politik vor. Gegenstand: das Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche. Der "StäwiKo"-Kovorsitzende Olaf Köller erklärt, was die Kultusminister tun müssen, damit die Milliardenhilfe des Bundes nicht verpufft.

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Artikelbild: Die Kultusminister wussten, dass sie von uns unbequeme Empfehlungen bekommen

Olaf Köller ist Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel.Foto: IPN/Davids/Sven Darmer.

Herr Köller, die "Ständige wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz", kurz StäwiKo, ist vor gerade mal zwei Wochen eingesetzt worden, und schon legen Sie Ihre erste Empfehlung vor. Wem wollten Sie denn da was beweisen?

Es geht nicht darum, etwas zu beweisen, sondern die Stärke der neuen StäwiKo ist ja: Sie hat Mitglieder, deren Expertise sämtliche Bildungsetappen abdeckt. Dadurch konnten wir unsere fünf Einzelempfehlungen in Arbeitsteilung sehr schnell fertigstellen. Das war also kein Hexenzauber.

Aber setzen Sie sich so nicht dem Vorwurf aus, kurz mal was zusammengestückelt zu haben?

Keineswegs. Auch wenn es wie in diesem Fall einmal schnell gehen muss, können wir dank des Wissens und der langjährigen Forschung unserer Mitglieder wissenschaftlich aus dem Vollen schöpfen. Genauso, wie uns bei langfristigeren Projekten besondere Tiefenbohrungen möglich sein werden. Doch diesmal musste es eben schnell gehen.

Aber warum musste es denn so schnell gehen?

Weil die Sommerferien nahen. Alle Bundesländer sind dabei, ihre Konzepte zu erarbeiten, wie sie im neuen Schuljahr die Lernrückstände und psychosozialen Kosten aufarbeiten und kompensieren wollen, die durch die langen Schulschließungen entstanden sind.

Psychosoziale Kosten?

Was ich meine: Immer mehr empirische Studien zeigen, dass die monatelang eingeschränkten sozialen Kontakte und das weggefallene Sozialleben in der Schule gravierende Folgen für die psychische Entwicklung vieler Kinder und Jugendlichen haben. Das ist möglicherweise zunächst unterschätzt worden.


Sie sagen: Die Länder erarbeiten gerade ihre Konzepte. Tatsache ist doch, dass viele Kultusministerien ihre Konzepte, mit denen sie das vom Bund finanzierte Aufholprogramm ...

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Kommentare

#1 -

Dominik Esch B… | Mi., 16.06.2021 - 18:23
Als Untermauerung zu der Forderung, jetzt gezielt zu fördern, erlaube ich mir Hinweise auf das Thema Mentoring für Kinder und Jugendliche. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, diskutieren Sie in der StäwiKo über Mentoring als Baustein im Aufholprogramm. Ihre Kollegen Prof. Dr. Falk vom briq oder Prof. Dr. Wößmann vom ifo-Institut belegen positive Wirkungen von Mentoring auf die schulische Laufbahn und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie stehen Ihnen sicherlich für Rückfragen zur Verfügung.



Links:



https://rockyourlife.de/wp-content/uploads/PM-ROCK-YOUR-LIFE-wirkt-Studie-ifo-Institut.pdf



https://www.oekonomenstimme.org/artikel/2020/09/chancengleichheit-im-bildungssystem-wie-sich-ein-mentorenprogramm-auf-die-schulwahl-auswirkt/



https://www.eleven.ngo/media/pages/media/298d5edb70-1614875819/eleven_policy_paper_mentoring.pdf



https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Wirkung/Factsheet_Wirkung_2020.pdf



Mit freundlichen Grüßen



Dominik Esch





---------------------------------

Dr. Dominik Esch

Geschäftsführender Vorstand

Balu und Du e.V.

Georgstraße 7

50676 Köln

0221-2010-326

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