Was heißt hier Offenhalten?
Die Forderung der Leopoldina nach dauerhaftem Präsenzunterricht in der Pandemie landete am Dienstag auf vielen Titelseiten. Aber wofür genau plädieren die Experten eigentlich? Eine Spurensuche.

Bild: Gerd Altmann / Pixabay.
DIE MELDUNG SCHAFFTE ES gestern in alle Zeitungen, oft sogar auf die Titelseiten: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat sich dafür ausgesprochen, die Bildungseinrichtungen unter geeigneten Schutzmaßnahmen offenzuhalten und einen Präsenzbetrieb zu ermöglichen. Der Unterricht an den Schulen und die Anwesenheit in den Kitas sei für nahezu alle Kinder und Jugendliche die effektivste Art des Lernens, befanden die Experten – was ziemlich gut zu der zweiten Bildungs-Nachricht des gestrigen Tages passte, dass der Distanzunterricht zumindest im ersten Lockdown laut einer Münchner Meta-Studie in etwa denselben Lernzuwachs gebracht habe wie die Sommerferien. Nämlich gar keinen.
Trotzdem hat mich dieser Teil einer ansonsten durchaus lesenswerten Leopoldina-Stellungnahme ebenso gewundert wie die zentrale Berichterstattung darüber. Denn was, bitte schön, ist bemerkenswert, neu oder gar mutig an diesem Plädoyer für Präsenzunterricht in Zeiten niedriger Inzidenzen? Welchen diskursiven Mehrwert meinen die Experten damit zu liefern?
Doch wollte ich nicht vorschnell urteilen und habe bei der Leopoldina nachgefragt. Ob die Nationalakademie mit ihrer Stellungnahme dem Präsenzunterricht eine andere Stellung in der ...
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