Internationalisierungstektonik
Der akademische Austausch erlebt tektonische Verschiebungen, die weit über die aktuellen Krisen hinausreichen.

Der Weg ins Ausland wird auch für Studierende und Wissenschaftler schwieriger. Foto: Olga Kropman / Pixabay.
RUSSLAND UND BELARUS wollen aus dem Bologna-Abkommen aussteigen und durch ein System eigener Abschlüsse ersetzen. "Die Zukunft gehört unserem eigenen einzigartigen Bildungssystem, das auf den Interessen der Volkswirtschaft und den maximalen Möglichkeiten für jeden Studierenden basieren sollte", zitierte die Moscow Times den russischen Wissenschafts- und Hochschulminister Valery Falkow. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patrushev, forderte gar die Rückkehr zu den früheren Sowjet-Abschlüssen, was seines Erachtens das "beste nationale Bildungssystem der Welt" gewesen sei. Sollte es sich um mehr als Kriegsrhetorik handeln, wäre die Isolation von Russlands Hochschul- und Wissenschaftssystem auf sehr lange Zeit besiegelt, die Wiederannäherung an den Westen würde noch schwieriger.
Fast zeitgleich hat die britische Regierung vergangene Woche ein neues Visa-Programm für Akademiker vorgestellt, das vor allem ausschließt. So sollen nur die Absolventen der 50 besten Hochschulen weltweit in den Genuss einer Aufenthaltserlaubnis für zwei bis drei Jahre kommen – unabhängig davon, ob sie schon einen Arbeitsvertrag haben oder nicht. Was die 50 besten Hochschulen sind, bestimmen skurrilerweise internationale Hochschulrankings wie das von Times Higher Education
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Kommentare
#1 - Natürlich erwachsen daraus Chancen, zumal Deutschland ein…
Angesichts der Situation, dass aus den Gebühren kein nennenswerter Beitrag zur Finanzierung unserer Hochschulbildung geleistet wird, sollte man aber Schwerpunkte setzen, in welchen Fachrichtungen wir Absolventen benötigen und entsprechende internationale Studierende gezielt anwerben, auch mit Stipendien. Das sind, um es deutlich auszusprechen, nicht die "Hanna"-Fächer, in denen es in der Wirtschaft so wenige Stellen gibt, dass auch 9 Monate E13 noch attraktiv sind...
#2 - Vielleicht ist es auch nur das Ende der…
#3 - Die britische Regierung scheint ja generell der Meinung zu…
#4 - Eine Chance aber auch eine Herausforderung. Ich nehme…
Ich würde gerne das ganze mal volkswirtschaftlich betrachten. Ich wette dass viele nach dem Abschluss im Land ...
#5 - @Leander Kdiese Argumentation wird häufig verwendet um zu…
diese Argumentation wird häufig verwendet um zu rechtfertigen, dass der deutsche Steuerzahler die Ausbildung von Studierenden aus dem nicht-europäischen Ausland finanziert. Die Absolventen bleiben mit nichten nach dem Abschluss in Deutschland. Viele kehren unmittelbar oder kurz nach dem Abschluss in ihre Heimatländer zurück. Das sollte man auch unter dem Hintergrund der oft beklagten schlechten Betreuungsrelationen in deutschen Unis betrachten. In anderen Ländern bezahlen ausländische Studierende auch Studiengebühren. Warum bei uns nicht? Bei Lehrveranstaltungen (in englischer Sprache) mit einem 70%-igen Anteil an ausser-europäischen Studierenden kommt man dann schon ins grübeln.
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