Neuer Club im alten
Die Wissenschaftsminister erhalten ihre eigene Konferenz in der KMK. Wenn sie es geschickt anstellen, wird daraus mehr als bloß Symbolpolitik.

ES IST EINE dieser unsichtbaren Reformen im Bildungsföderalismus, die am Ende doch spürbare Auswirkungen haben könnten. Zum ersten Mal in der 74-jährigen Geschichte der Kultusministerkonferenz (KMK) treffen sich an diesem Freitag die Wissenschaftsminister offiziell in separater Runde.
Damit passt sich die KMK ein Stück mehr den heutigen politischen Gegebenheiten an. Als sie gegründet wurde, waren Schule, Hochschule, Wissenschaft und Kultur meist noch in einem Ministerium vereint. Das hat sich komplett geändert: In der vergangenen zehn Jahren gab es deutschlandweit nie mehr als zwei oder drei klassische Kultusministerien gleichzeitig, in den übrigen Ländern gingen die Politikbereiche getrennte Ressortwege.
Mit dem Ergebnis, dass die KMK mehr und mehr als Schulministerkonferenz auftrat, in der zwar auch noch Wissenschafts- und Kulturminister saßen, die aber nach eigener Wahrnehmung thematisch nur die zweite oder dritte Geige spielten. Die Schulminister hielten dem gern entgegen, dass die Kollegen genau das gleiche Recht hätten, ihre Anliegen auf die Tagesordnung zu setzen – es halt nur viel seltener täten.
Fest steht jedenfalls: Eine/n Wissenschaftsminister/in als KMK-Präsident/in hat es, falls überhaupt schon ...
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