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Die Streichliste des DAAD

Weniger Stipendien und Dozenturen, tiefe Einschnitte bei der Betreuung internationaler Studierender: Was die von der Ampel geplanten Kürzungen für den akademischen Austausch bedeuten.

DER KAHLSCHLAG hatte sich abgezeichnet, jetzt macht der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ihn und seine Folgen öffentlich. "Die vom Bundeskabinett beschlossenen Kürzungen unserer Grundfinanzierung durch das Auswärtige Amt sind ein erheblicher Einschnitt in die finanzielle Ausstattung und damit in die weltweite Arbeit des DAAD", kommentierte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee heute per Pressemitteilung. "Sie werden unsere Fördermöglichkeiten für Hochschulen, Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Jahre deutlich reduzieren."

Wie berichtet müssen DAAD, Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) und Goethe-Institut dieses und nächstes Jahr massive Kürzungen ihrer Grundhaushalte hinnehmen: im Falle des DAAD um rund 13 Millionen von 204 Millionen Euro 2021 auf nur noch 191 Millionen 2023. Außerdem sollen die Organisationen jetzt auch im laufenden Betrieb massiv einsparen in Form "globaler Minderausgaben", deren Höhe noch unklar ist, aber offenbar erheblich auszufallen droht. Für die Grundfinanzierung von DAAD, AvH und Goethe-Institut ist das Auswärtige Amt zuständig.

Bereits ohne die jetzt noch zusätzlich befürchteten Einschnitte zu berücksichtigen, werde es zu "schmerzhaften Einschnitte kommen", kündigte der DAAD heute an und konkretisierte, was das heißt: 50 Prozent weniger langfristige Studien- und Promotionsstipendien ...

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Kommentare

#1 -

B. Ebert | So., 10.07.2022 - 02:00
13 Millionen sind viel Geld, aber rechnerisch eben auch nur 6% des DAAD-Haushalts. Ich verstehe nicht ganz, wie das zu so drastischen Kürzungen bei einzelnen Aktivitäten führt (50% weniger Stipendien, 25 % der Standorte). Was ist der Kontext, hat der DAAD so hohe Fixkosten, oder gab es vorher schon Sparprogramme?

#2 -

Johanna Pink | So., 10.07.2022 - 11:10
Naja, sie haben erstens in der Tat hohe Fixkosten (und vermutlich viel faktisch unkündbares Personal) und zweitens sparen sie dort, wo es kurzfristig möglich ist und keine längerfristigen Verpflichtungen existieren. Im Übrigen heißt 50% weniger Stipendien ja zunächst "nur", dass 50% weniger Stipendien neu vergeben werden. Die bestehenden Stipendien werden nicht gestrichen, so dass der Gesamtanteil der Kürzungen im Stipendienbereich anfänglich deutlich unter 50% liegen dürfte.

#3 -

Prof. Dr. Doro… | Mi., 13.07.2022 - 18:24
Bei den angekündigten Kürzungen geht es nicht „nur“ um die dramatischen Einschnitte. Vielmehr wird die Streichung jener Programme, die viele kleinere Stipendien betreffen, auch die soziale Ungleichheit verstärken. Es liegt in der Verantwortung des DAAD, wie die reduzierten Mittel verwendet werden. Kurzzeitstipendien für Forschung, Vorträge und Kongressreisen wird vor allem jene hart treffen, die ohnehin materiell benachteiligt sind: #FirstGen.

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