Welche Chancen hat das Startchancen-Programm?
Sie könnte zur bildungspolitischen Zeitenwende werden: die milliardenschwere Investitionsinitiative, mit der die Ampel-Parteien die Schulen sozial benachteiligter Kinder nach vorn bringen wollen. Doch noch fehlt es an rechtlichen Grundlagen, an Geld und an klaren Kriterien. Ein Gastbeitrag von Ernst Dieter Rossmann.

BILDUNGSPOLITISCH IST ES DIE STÄRKSTE ANSAGE aus dem Koalitionsvertrag der als "Fortschrittskoalition" gestarteten Ampel, mit einem neuen Programm "Startchancen" sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen zu ermöglichen. 4000 Schulen, an denen ihr Anteil besonders hoch ist, sollen besonders gefördert werden. Darüber hinaus sollen 4000 Schulen, die sich in benachteiligten Regionen und Quartieren befinden, vom Bund dauerhaft zusätzliche Stellen für die schulische Sozialarbeit erhalten. Das sind immerhin zehn Prozent aller deutschen Schulen.
Endlich will der Bund selbst nachhaltig und gezielt Verantwortung übernehmen, um eine der zentralen Schieflagen im deutschen Bildungssystem anzugehen, auf die noch jeder (übrigens vom Bund finanzierte) Nationale Bildungsbericht hingewiesen hat: Bei der Verteilung von Bildungschancen ist in Deutschland die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen abhängig von ihrer sozialen Lage auch im internationalen Vergleich massiv.
Chapeau zur guten Absicht, kann man da nur sagen – und Augen auf bei der praktischen Umsetzung! Denn bei allem guten Willen ...
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