Direkt zum Inhalt

Frankfurter Glücksgefühle

Der schwere Medizin-Zulassungsfehler der Frankfurter Goethe-Universität wurde für alle Betroffenen behoben. Es war ein einzigartiges Zusammenspiel von Hochschulen, Stiftung für Hochschulzulassung und Politik. Daraus lässt sich Wichtiges für die Zukunft lernen.

ES WAR HAPPY END TEIL 3: Vergangene Woche meldeten Goethe-Universität und Stiftung für Hochschulzulassung (SfH), dass jetzt auch fast alle Mitglieder der sogenannten "Chancengruppe" einen Medizin-Studienplatz erhalten.

Vorausgegangen war ein sechswöchiges Drama, nachdem die Goethe-Universität Ende August massenweise freie Studienplätze an die SfH gemeldet hatte, die sie gar nicht hatte . Worauf rund 280 Studienanfänger für Medizin oder Zahnmedizin zugelassen wurden, um ihnen ein paar Tage später sagen zu müssen: Pustekuchen. Und nicht nur Pustekuchen, was Frankfurt anging, sondern insgesamt. Weil sie mit der Schein-Zulassung in Frankfurt im Wettbewerb um Studienplätze anderswo aus dem Rennen genommen wurden.

Das Pikante war: Den Stiftungsmitarbeitern war der Fehler schnell aufgefallen, aber man verschickte die fehlerhaften Zulassungsbescheide trotzdem. Weil, so argumentierte man auf Nachfrage, man es nicht anders habe machen können. Weil in dem Verfahren alles mit allem zusammenhänge und sonst andere Bewerber auch noch in Mitleidenschaft gezogen worden wären.

Ein paar Tage lang schien man zudem an der Goethe-Universität, in der Stiftung und vor allem im hessischen Wissenschaftsministerium zu meinen, ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Edith Riedel | Do., 20.10.2022 - 10:59
Aus meiner Sicht sollte man im Nachgang dringend thematisieren, warum die Stiftung trotz Auffallen des Fehlers die fehlerhaften Bescheide versendet hat. Da scheint es ganz klar in der Kommunikation zwischen der Stiftung und den Hochschulen extrem zu knirschen. Ein klares Prozessmanagement fehlt auf jeden Fall, wenn diese Art von Fehler zwar auffällt, jedoch de facto seitens der Stiftung ignoriert wird.

#2 -

Ruth Himmelreich | Do., 20.10.2022 - 12:38
"Handlungsfähiger Hochschulföderalismus"? Der Hochschulföderalismus hat sich einen Apparat geschaffen, bei dem ein solcher Fehler überhaupt möglich war (man greift sich an den Kopf), man hat ihn nicht einmal korrigiert, als er intern auffiel (man ist noch fassungsloser) und man hat die Landesministerien und alle Medizinfakultäten dieser Republik mit unendlich viel Aufwand zugeschüttet, um 280 (!) Bewerber*innen zu verarzten. Der Personalaufwand dafür betrug zusammengerechnet sicher mehrere Arbeitsjahre, was den/die Steuerzahler*in einige Millionen Euro gekostet haben wird. Hier dem Ganzen noch den Spin zu verpassen, das sei ein "Erfolg" gewesen, ist schon großes Kino....

#3 -

HuBu? | So., 23.10.2022 - 12:27
Warum wird eigentlich die Rolle des Stiftungsratsvorsitzenden hier so wohlwollend dargestellt? Seine Schreiben an die Betroffenen Hochschulen waren eher erratisch und fehlerhaft und seine Kommunikation in die SfH eher panisch. Hilfreich jedoch war er eher nicht…

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Mehr Investitionen in Studierende: Sichert die Erfolge des Hochschulpakts!

Mehr Investitionen in Studierende: Sichert die Erfolge des Hochschulpakts!

Das Bund-Länder-Programm für mehr Qualität in Studium und Lehre droht in den Sog von Sparzwängen zu geraten. Dabei ist die Bilanz seit 2007 in vielen Punkten sehr gut.


  • Die entscheidende Botschaft ist: Die Universitäten bleiben offen

Die entscheidende Botschaft ist: Die Universitäten bleiben offen

Was bedeuten Energiekrise und Inflation für Deutschlands große Universitäten? Wo kann gespart werden und wo nicht? Welche ehrliche Antwort verdient "#IchBinHanna"? Und was ist eigentlich noch von dieser Bundesregierung zu erwarten? Ein Gespräch mit Georg Krausch und Michael Hoch zum Start in ein weiteres außergewöhnliches Hochschulsemester.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Nur eine Gruppe unter vielen?

Löchriger Nothilfemechanismus und verzögerte Hilfszahlungen: Die Bundesregierung muss trotz neuem Bafög-Heizkostenzuschuss mehr für Studierende in der Inflationskrise tun.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Alle die von Ihnen genannten Institutionen sind mitgemeint

Alle die von Ihnen genannten Institutionen sind mitgemeint

An Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen herrscht Verunsicherung, ob sie nun von der geplanten Gaspreisbremse profitieren werden oder nicht. Die SPD-Haushaltspolitikerin Wiebke Esdar versichert: Die Sache ist eindeutig.


  • Artikelbild: Fast 350.000

Fast 350.000

Deutsche Hochschulen haben sich ihren guten Ruf unter internationalen Studierenden während der Corona-Zeit erhalten, zeigen die neuen Zahlen von "Wissenschaft weltoffen".


  • Artikelbild: Unter Strom

Unter Strom

Energie-Rekordpreise und geplante Rettungspakete: Die Opposition schlägt Alarm, die Wissenschaftsorganisationen warnen, die Forschungsministerin appelliert. Wem wird von wem und bis wann geholfen? Der Versuch eines Überblicks.