Lauterbach sieht den Fehler ein
Kinder wurden oft als Treiber der Pandemie stigmatisiert – zu Unrecht. Der Gesundheitsminister zeigt, dass er lernfähig ist

HAT KARL LAUTERBACH da sein schlechtes Gewissen eingestanden? Das, was der Bundesgesundheitsminister Anfang November vor der Presse verkündete, hatte man von ihm so jedenfalls noch nicht gehört. "Das Schließen von Kitas ist definitiv medizinisch nicht angemessen und wäre auch in dem Umfang, wie wir es damals gemacht haben, nach heutigem Wissen nicht nötig gewesen“, sagte der SPD Politiker.
Anlass für Lauterbachs Erkenntnis war die Vorstellung des Abschlussberichts der Corona-Kita-Studie, mit der das Robert Koch-Institut (RKI) mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) mehr als zwei Jahre lang unter anderem die Bedeutung von Kitas für die Ausbreitung des Coronavirus untersucht hatte. Vor allem in dem Teil, den das DJI beisteuerte, ging es auch um die Folgen der Kitaschließungen für die Kinder und ihre Familien. Der Schließungen, die Lauterbach nun im Rückblick für überflüssig erklärte.
Den Studienergebnissen zufolge haben Kitas die Pandemie nicht getrieben, im Gegenteil. "Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren waren in den ersten zweieinhalb Jahren der Pandemie weniger von COVID-19-Infektionen betroffen als andere Altersgruppen", schreiben die Autoren. "Ihr Anteil an allen COVID-19-Meldungen erreichte nur selten den Anteil ihrer Altersgruppe in der Bevölkerung." Stichproben hätten ergeben, dass in Kitas die durchschnittliche Übertragungsrate bei 9,6 Prozent ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Schade, dass in dem Artikel der Aspekt fehlt, dass Karl…
Gesichtswahrend ist die Volte doch leider auch nur, weil das Narrativ der nachträglichen Erkenntnis unreflektiert in den Berichten übernommen worden ist. Vielleicht wird mit der Studie jeglichen Forderungen nach neuerlichen Kita-Schließungen ein Riegel vorgeschoben, nicht jedoch den vielfältigen ...
Neuen Kommentar hinzufügen