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Intellektuelle Hilflosigkeit

Die Stellungnahme des Ethikrats zur Künstlichen Intelligenz legt das Innovationsproblem unserer Gesellschaft insgesamt offen.

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Artikelbild: Intellektuelle Hilflosigkeit

Bild: Michael Schwarzenberger / Pixabay.

MANGELNDE GRÜNDLICHKEIT kann man dem Deutschen Ethikrat nicht vorwerfen. Beauftragt im Herbst 2020 vom damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble, hat das Gremium jetzt auf 287 Seiten seine Stellungnahme zum Verhältnis von "Mensch und Maschine" und zu den "Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz" vorgelegt. Die "Chancen" kommen im Titel der vergangene Woche veröffentlichten Stellungnahme nicht vor.

In den zehn Kapiteln dafür schon, ausführlich sogar, und doch zieht sich ein warnender Unterton durch das Papier. "Künstliche Intelligenz darf den Menschen nicht ersetzen", das war denn auch der Satz der Ethikratvorsitzenden Alena Buyx, der nach der Präsentation des Papiers am häufigsten zitiert wurde. Buyx Stellvertreter Julian Nida-Rümelin erweiterte die Mahnung zu: "KI-Anwendungen können menschliche Intelligenz, Verantwortung und Bewertung nicht ersetzen."

Damit legen Statements und Stellungnahme das Innovationsproblem unserer Gesellschaft insgesamt offen. Bei der radikalen digitalen Transformation hält Deutschland bestenfalls noch in der Grundlagenforschung mit. Im Wettbewerb um die wirtschaftliche Verwertung nimmt die Bundesrepublik dagegen fast immer die Rolle des zögernd-kritischen Beobachters ein. Mit potenziell weitreichenden Wohlstandsverlusten für künftige Generationen, die auch einmal der Betrachtung durch den Ethikrat wert wären.

Fast schon wieder ein ...

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Kommentare

#1 -

Udo Michallik | Mo., 27.03.2023 - 16:36
Vielen Dank Herr Wiarda,

eine aus meiner Sicht treffende Reflektion. Es kann ja viel gestritten werden, ob und wie und an wem wir uns orientieren sollen. In den letzten Jahren haben wir uns gesamtgesellschaftlich daran gewöhnt, dass ANGST für den Staat ein guter Steuerungsfaktor sein kann. Die meisten von uns haben angstgetrieben willig mitgemacht. In den USA, in Stanford und an der Arizona State University habe ich weiter Vorsicht im Umgang mit der Pandemie/Endemie erlebt, aber auch ein typisch amerikanisches Mindset. Ich verspürte etwas wie eine neue Aufbruchstimmung in der Wissenschaft, die uns KI beschert, ein neuer Geist Neues zu ...

#2 -

Bernd Käpplinger | Mi., 29.03.2023 - 02:00
Wir sind halt weltweit für "German Angst" bekannt... Bei uns saßen die Menschen noch verpflichtend mit Masken in den Zügen während fast ganz Europa einen entspannteren Umgang mit der Pandemie schon gefunden hatte und im Flugzeug die Viren anscheinend nicht existent waren.

An dem Zitat aus dem Papier des Bildungsrates finde ich diesen Satz erstaunlich:

"Die vorgestellten Tools sollten deshalb im Bildungsprozess kontrolliert und als ein Element innerhalb der Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden eingesetzt werden."

Das wirkt wir eine typisch deutsche Kontrollphantasie! Als ob irgendeine Bildungseinrichtung heutzutage noch komplett den Einsatz digitaler Medien und ihren Einfluss auf Lehr-/Lernprozesse "kontrollieren" ...

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