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Das Wintersemester soll ein Präsenzsemester werden

Wie geht es weiter an den Hochschulen? Die Hamburger Studentin Nele Steinbrecher hatte in ihrem Gastbeitrag von der Politik verlangt, die Distanzlehre nicht einfach weiterlaufen zu lassen. Heute antwortet ihr die Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

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Artikelbild: Das Wintersemester soll ein Präsenzsemester werden

Wann ist hier wieder was los? Das Audimax der Universität Hamburg. Foto: Pauli-Pirat, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons .

HOCHSCHULE IST MEHR als Lehrveranstaltungen besuchen. Campusleben ist bunt, vielseitig, kreativ und manchmal auch laut und unbequem. Mensa, Bib, Café oder Fachschaftsparty – nur im Vielklang vibriert das studentische Leben. All das ist Inspirationsquelle für einen neuen Lebensabschnitt, ein neues Gefühl und eine besondere Phase, die wir als "coming of age" kennen. Von daher kann ich nur allzu gut diejenigen verstehen, die nach drei digitalen Semestern genervt, ungeduldig oder gar frustriert sind .

Was für viele als erster großer Ausflug in die Freiheit des Lebens begann, endete schon bald jäh in der Enge des WG- oder Wohnheimzimmers. Ohne neue Freund:innen, dazu kaum soziale Kontakte und wenig zwischenmenschliche Gefühle – für all das, was das neue Leben verhieß.

Viele Lehrveranstaltungen nur digital, nette Kommiliton:innen, die man schon seit Monaten per Zoom oder Skype kennt, aber noch nie persönlich getroffen hat.

Das ist bitter und das hat hoffentlich bald ein Ende. Für die Wissenschaftspolitik waren die vergangenen 15 Monate ein extremer Lernprozess voller Herausforderungen inmitten einer ...

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Kommentare

#1 -

PB | Di., 01.06.2021 - 13:19
Es erfreut mich zu hören, dass das Wintersemester 2021/2022 wieder in Präsenz stattfinden soll.



Der HRK-Präsident Alt hat im Tagesspiegel gerade dazu aufgerufen, die Impfungen der Studierenden von Mitte Juli bis Ende August zu organisieren, um Präsenzbetrieb im Wintersemester wieder zu ermöglichen. Daran sollten sich alle Landesregierungen orientieren.



ABER: Wenn fast alle geimpft sind, ist die Änderung bzw. Aufhebung der 10m2-Regel pro Teilnehmer in Seminarräumen oder Hörsälen analog zu den Schulen absolute Pflicht. Ansonsten wird aus der Planung der Präsenzlehre schnell "gut gemeint, aber nicht gut gemacht". Denn wir würden wie bisher mindestens 5x oder mehr Vorlesungsräume (als vorhanden !) ...

#2 -

Dr. Oliver Loc… | Di., 01.06.2021 - 15:50
Wir alle sehnen uns nach Präsenz und das ist auch die Basis aller Hochschulen (vielleicht ausser der Fernuni…). Dazu bedürfen die Hochschulen aber umfassende Konzepte (und auch Unterstützung und Rahmungen aus den Ländern). Nur eine Frage: wie gehen wir z.B. mit den vielen internationalen Studierenden um?



Zu bedenken gebe ich aber auch, dass nach über einem Jahr Pandemie gewisse „online-Verhaltensmuster“ oder auch ein „Wohlbefinden im Rückzugsraum home office / studying“ zu erkennen sind und so vielleicht die soziale Kommunikation und Interaktion nicht ohne weiteres in einen Kontaktzustand rückgeführt werden kann.

Wir brauchen daher auch einen gemeinsamen Kraftakt des „strukturierten Auswilderns“ ...

#3 -

FM | Di., 01.06.2021 - 17:25
Es hat mich gefreut, hier zu lesen, dass „schon jetzt […] Veranstaltungen und Präsenzlehre im Freien mit bis zu 100 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Personen zulässig“ sind und kann mich dem Aufruf „den Campus wieder mit Leben zu füllen“ nur anschließen!



Beim Präsidenten der Universität Hamburg scheint diese Information jedoch leider noch nicht angekommen zu sein. Er schreibt in seiner gestern Abend verschickten Dienstanweisung nach wie vor: „Die Lehre findet ausschließlich digital statt.“ (S.1) (mit äußerst wenigen Ausnahmen (S.2f.)) und „Sämtliche Veranstaltungen auf dem Außengelände der universitären Liegenschaften sind nicht gestattet." (S.6) (https://www.uni-hamburg.de/de/newsroom/intern/2020/0131-corona-faq/210531-19-dienstanweisung-mitaenderung)



Falls Frau Fegebank ...

#4 -

WoB | Di., 01.06.2021 - 18:21
Ist es nicht bedauerlich, dass das Land Hamburg es auch in über einem Jahr bisher nicht geschafft hat, rechtssichere Rahmenbedingungen für digitale Prüfungen zu schaffen? Wird es überhaupt noch eine Anpassung des HmbHG geben, bevor die entsprechenden Regelungen überhaupt nicht mehr gebraucht werden?

#5 -

UHH-Verwaltung | Mi., 02.06.2021 - 11:18
Das völlige Fehlen geeigneter Rechtsgrundlagen in Hamburg und das bundesweite Fehlen datenschutzkonformer und geeigneter Tools führen dazu, dass (sinnvolle) digitale Lehre und digitales Prüfen in Hamburg faktisch verboten ist. Um den Studierenden ein Weiterstudieren überhaupt zu ermöglichen, wird es trotzdem überall gemacht. Aber Hochschulen und ihre Lehrenden verstoßen damit kontinuierlich gegen Recht und Gesetz und stehen vor dem Dilemma, dass digitale Lehre und digitale Prüfungen gleichzeitig verlangt werden und verboten sind.

Eine Anpassung des HmbHG wäre in der Tat dringend erforderlich, aber der aktuelle interne Entwurf ist ja eher noch restriktiver.

#6 -

St | Mi., 02.06.2021 - 23:35
Ich würde mir weiterhin digitale Lehre wünschen.
Beispielsweise könnte man einige AGs in Präsenz und andere in digitaler Form anbieten.
Viele Studierende würden dies mE sehr schätzen. Sei es aus Zeitgründen oder aufgrund von Behinderungen, die das studieren nach wie vor sehr erschweren, da die Nachteilsausgleiche meist zu wünschen übrig lassen und keine Gleichstellung ermöglichen.

#7 -

PB | Do., 03.06.2021 - 16:26
@Senatorin

@ST: Sind Sie Studierende?



Warum überlasst man nicht einfach den Lehrenden, wieviel digitale Lehre in Zukunft gemacht wird? Das sieht Artikel 5(3) GG eindeutig so vor und wird in einigen Landesgesetzgebungen, z.B. in Hamburg in §11(1) HmbHG durch die Freiheit der Lehrenden in der "inhaltlichen und methodischen Gestaltung" der Lehre noch präzisiert.



Was jetzt zwangsweise durch Corona digital gemacht wurde, wird doch mit allergrößter Wahrscheinlichkeit jetzt auch fortgesetzt, wenn es "echte" Vorteile mit sich brachte. Das muss man sich nicht wünschen, das kann man einfach machen. Allerdings kostet das viel Zeit und logischerweise auch Geld, wenn man digitale Lehre ...

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