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Gewinner waren Gewinner, Verlierer blieben Verlierer

Der angebliche Wettbewerb führt sich zunehmend selbst

ad absurdum. Wie eine zukunftsorientierte Wissenschaftspolitik anstelle der "Exzellenzstrategie" aussehen würde:

ein Gastbeitrag von wissenschaftspolitischen Sprecher:innen

der Linken aus Bund und Ländern.

Bild
Artikelbild: Gewinner waren Gewinner, Verlierer blieben Verlierer

Statt weiterer Versäulung lieber Kooperationen fördern. Foto: Walter Frehner / Pixabay.

THEORETISCH SOLLTEN die Exzellenzinitiative und auch die nachfolgende Exzellenzstrategie das Wissenschaftssystem insgesamt auf eine höhere Qualität und Leistungsfähigkeit bringen. Also auch diejenigen Hochschulen, die selbst im Wettbewerb nicht erfolgreich waren. Praktisch trat dieser Fahrstuhleffekt allerdings nicht ein, Gewinner waren Gewinner und Verlierer blieben Verlierer. Angesichts der Unterfinanzierung in der Breite kam diese Erkenntnis für uns nicht überraschend.

Wie schon zum Ende der ersten beiden Förderperioden fällt nun auch bei der "ExStra" auf, dass nur zusätzliches Geld auch zusätzliche Leistungen erzeugt. Und dass der angebliche Wettbewerb sich zunehmend selbst ad absurdum führt. Denn um ein Wettbewerb zu bleiben, müssten etablierte Standorte rausfallen und neue in die Förderung aufgenommen werden können. Aber kein:e Landesminister:in will den eigenen Universitäten erzählen, dass die Zeit der zusätzlichen Förderung nun leider abgelaufen sei.

Zwischen Wettbewerb und Besitzstandswahrung

Angesichts dieses Widerspruchs entspinnt sich die Debatte zwischen dem beinahe dogmatisch vorgetragenen Wettbewerbsargument als Kernidee der Exzellenzförderung auf der einen und der ...

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Kommentare

#1 -

Die üblichen V… | Di., 08.06.2021 - 11:02
Es ist erfreulich, dass das Thema "Hochschulfinanzierung" wieder stärker politisch diskutiert wird, vor allem, da sich ja immer mehr zeigt, dass die wissenschaftliche Selbstverwaltung nur begrenzt selbststeuerungsfähig ist. Die notwendigen Reformen werden von den Rektoraten und Präsidien (z.B. in Berlin) oft mit dem Verweis auf vermeintliche "Erfolge" in den letzten Jahren abgelehnt - die sich bei genauerem Hinweis als Potemkinsche Dörfer entpuppen, weil "Erfolg" mit "Drittmittel aus der Exzellenz-Initiative" gleichgesetzt wird.



Aber nur über Hochschulfinanzierung zu sprechen, reicht nicht, man muss sich auch mit der Governance in der deutschen Wissenschaft allgemein befassen: Die Urteile des BVerfG zur paritätischen Gremienbesetzung stammen ...

#2 -

McFischer | Di., 08.06.2021 - 13:16
Die Forderung, die Säule der "Exzellenzuniversitäten" auslaufen zu lassen, ist sicherlich sinnvoll. Aber auch bei den Exzellenzclustern erscheint mir das Problem zu sein, dass es mehrere Jahre braucht, um alle Stellen in so einem Cluster überhaupt zu besetzen - und falls dann nicht verlängert wird (siehe Normative Ordnungen in Frankfurt/M.) steht 'man' plötzlich mit einer großen und guten Forschungseinrichtung da, die man rein finanziell betrachtet eigentlich abwickeln müsste.

Die konstruktive Seite des Vorschlags der Linken-Abgeordnetenen mit 'Der Bund soll mehr Geld geben' finde ich allerdings auch wenig innovativ. Man muss schon sehr gut überlegen (hier folge ich meinem Vor-Kommentator) wie ...

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