Hanna etwas weitergedacht
Was es für diesen Sommer wissenschaftspolitisch zu besprechen gibt. Ein Gastbeitrag von Carsten von Wissel.

Das ist Hanna. Screenshot aus dem umstrittenen Erklärvideo von 2018, mit dem die ganze Debatte ihren Anfang nahm.
IMMER WIEDER PRÄGT eine falsche Entgegensetzung die Debatte um die Folgen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Man könne nicht alle entfristen, schallt denen, die auf die Probleme flächendeckender Befristung hinweisen, entgegen.
Bis vor kurzem hatten sich BMBF, Hochschulrektorenkonferenz und Universitätskanzler*innen in einer bis dahin nicht einmal wirklich erfolglosen Gesprächsverweigerungskultur eingerichtet. Zu Anfang der Empörungs- und Testimonialwelle, die unter dem Hashtag #IchbinHanna durch die sozialen und allmählich auch nichtsozialen Medien schwappte, sah es auch so aus, als ließe sich auch dem wieder mit den gewohnten floskelhaften Topoi begegnen. Befristung habe einen Sinn, verkündete das BMBF mit einem dürren Text auf seiner Homepage, und bebilderte diesen Text irritierenderweise mit einem Mikrophon und einem leeren Redepult. Etwas später, nach einem weiteren Staatssekretärsvideo und einer Bundestagsdebatte, gab eine HRK-Vizepräsidentin zu Protokoll, dass es halt keinen Platz für alle gebe. Und ein anderer Vizepräsident erläuterte in einem Streitgespräch auf diesem Blog, dass es die Drittmittelgeber seien, die auf Befristung bestünden, weil sie schließlich nicht akzeptieren würden, dass ihr Geld für Haushaltsstellen ...
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Kommentare
#1 - Das System wuerde sofort zusammenbrechen, wenn niemand mehr…
Aber dieser Ansatz hat System in Deutschland. Man zahlt z.B. den Leuten in der Pflege wenig, verlangt viel. Statt das System zu reformieren, wirbt Deutschland günstige Hilfskraefte aus dem Ausland an fuer die Pflege. Die kennen das System noch nicht und denken, in Deutschland ist es toll.
Deutschland setzt immer auf Ausbeutung. Warum steht Deutschland in der ...
#2 - Hervorragende und treffende Analyse. Auch, aber bei weitem…
Interessant jedoch, dass ...
#3 - Innovationsfähigkeit bleibt das Paradeargument für das…
Bei fast allen für die Hochschulen relevanten Politiker*innen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschlossen, liegt ein ganz entscheidendes Missverständnis vor, wenn argumentiert wird, dass wissenschaftliche Innovationen (strenggenommen: Inventionen) nur durch neue Gesichter an ...
#4 - "Bei fast allen für die Hochschulen relevanten…
Da möchte ich doch glatt mal die Gelegenheit nutzen, um auf die akademische Laufbahn von zwei der größten Befürworterinnen des WissZeitVG hinzuweisen: Frau ____ .__ . Annette Schavan und Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, die an einer Technischen Hochschule berufen wurde, nachdem sie - an der gleichen Hochschule, an der sie auch promoviert wurde - schon 13 Jahre als Post-Doc beschäftigt gewesen ist. Das ...
#5 - @Hanna mit DaueraufgabenDer Kommentar zu prekären…
Der Kommentar zu prekären Arbeitssituationen in der Univerwaltung stimmt so nicht ganz. Inzwischen haben sich mehrere Projektkordinatoren in unbefristete Verträge geklagt. Es besteht eine gewisse Rechtsunsicherheit, so daß nun zumindest an manchen Unis keine befristeten Projektkoordinationsstelle ausgeschrieben werden. Anstelledessen bilden Unis jetzt Pools von Projektkoordinatoren, wo schnell mal jemand von der Germanistik zur Biologie rübergeschoben werden kann... das wird sicher supi!
Insgesamt ist die Zahl der befristeten Stellen in der Verwaltung um ein Vielfaches niedriger als bei den Wissenschaftlern.
#6 - Also wenn ich den Einwand zu "Dauerstellen und…
ABER die hier "präsentierte" Begründung ist weder kausal noch hinreichend. Die Herleitung hanebüchend. Der ...
#7 - @ Ex-HannaSie liegen mit ihrem Kommentar zu Frau Wanka…
Sie liegen mit ihrem Kommentar zu Frau Wanka falsch. Frau Wanka ist in dem DDR-System aufgewachsen und hatte nach ihrer Promotion ab 1985 eine Stelle als "wiss. Oberassistentin", das ist etwas völlig anderes als "Post-Doc" moderner Prägung. In der DDR waren nach der Promotion schon wiss. Assistentenstellen oft unbefristet (genau das, was heute gefordert wird), Oberassistentenstellen dann erst recht. Und das war eine (heutige) Fachhochschule. Wenn Sie aber dieses DDR-System näher anschauen, dann bin ich nicht sicher, ob Sie uns das wirklich empfehlen können. Ich meine aber nicht die Einflussnahme durch die SED. Fragen Sie einfach, was vor ...
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