Direkt zum Inhalt

Absurder Personalstreit in Göttingen: Universitätssenat nennt Reputationsschaden verheerend

Das Vorgehen der Hochschulleitung sei nicht akzeptabel, das Handeln von Präsidium und Stiftungsrat gefährde Göttingens Exzellenzchancen, kritisiert das wichtigste Universitätsgremium. Die Kritisierten setzten ihr öffentliches Schweigen derweil fort.

VOM GÖTTINGER UNIVERSITÄTSPRÄSIDENTEN Metin Tolan gibt es weiter kein öffentliches Statement, ebenso wenig vom Vorsitzenden von Stiftungsrat und Universitäts-Stiftungsausschuss, Peter Strohschneider. Dafür hat sich in seiner Sitzung vergangenen Mittwoch der Senat der Traditionshochschule auf eine Stellungnahme zu den Geschehnissen um den Göttinger Vizepräsidenten Norbert Lossau geeinigt. Deren Wortlaut, offenbar ebenfalls nicht für die allgemeine Veröffentlichung bestimmt, zeigt, wie stark der Unmut über die Behandlung Lossaus durch Tolan, das übrige Präsidium und Strohschneider ist – und wie groß die Angst vor einem erneuten Imageschaden für die Universität.

Wie berichtet hatte Tolan am Vormittag des 11. April den Senat per Mail informiert, dass der hauptamtliche Vizepräsident für Digitalisierung und Infrastrukturen zurückgetreten sei – was dieser dann nur anderthalb Stunden später ebenfalls per Mail bestritt.

Die Senatsmitglieder erklären nun, sie seien "besorgt über die Vorgänge", und kritisieren, dass Tolan sie erst am 11. April vom angeblichen Rücktritt Lossaus informiert habe. "Obwohl bereits seit dem 5. April klar war, dass es nicht zu einer gütlichen Einigung zwischen Herrn ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#2 -

Tomas Bursfeld | Fr., 05.05.2023 - 16:57
Das vom niedersächs. Wissenschaftsminister verordnete Stillschweigen in der Angelegenheit zieht sich offenbar bis in diese Kommentarspalten hinein. Liest man den Brief von
Herrn Kaufmann richtig, geht es vielleicht nur um das Einsparen der Kosten für den zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten. Alles andere gibt doch keinen Sinn.

#4 -

Jan-Martin Wiarda | So., 07.05.2023 - 14:08
Lieber Herr Reckel,

vielen Dank für Ihren Kommentar! Was genau meinen Sie damit, dass dieser Blogeintrag inzwischen schwer erreichbar sei? Und der Kommentar von Herrn Kaufmann war von Anfang an an den ersten Blogbeitrag angehängt.

Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda

#5 -

Johannes Reckel | So., 07.05.2023 - 15:41
Bei Google wird der zweite Blogeintrag, so wie er hier steht jedenfalls bei mir bei der Suche Lossau Rücktritt Göttingen nicht mehr angezeigt. Bis vor einigen Tagen wurde er separat gezeigt. Ich hatte in Erinnerung, Herrn Kaufmanns Leserbrief wäre unter dem zweiten Blogeintrag gewesen. Vielleicht irre ich mich. Dann wäre dieser Kommentar gegenstandslos. Jedenfalls wundere ich mich, daß Sie offenbar der Einzige sind, der sich erfolgreich hinter diese wie ich finden skandalöse Geschichte geklemmt hat und dann von der HNA ausgewertet wird. Diesen zweiten Blogeintrag habe ich über einen Link bei Twitter (Felix Schabasian) wiedergefunden.

#6 -

Jan-Martin Wiarda | So., 07.05.2023 - 17:00
Lieber Herr Reckel,

wie Google das handhabt, kann ich leider nicht sagen. Herr Kaufmann war definitiv immer an der Position. Danke für den Hinweis in Sachen HNA! Ich bleibe natürlich dran an der Sache.

Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda

#9 -

Dominik Krummbiegel | Mi., 21.06.2023 - 12:26
Heute steht im Göttinger Tageblatt ein längerer und sehr pointierter Leserbrief von Prof. em. Axel Zeeck zu dem Problem. Herr Zeeck war selbst Vizepräsident und längere Zeit Mitglied im Senat der Universität. Er kennt sich also noch bestens aus und macht auch hier für alle Beteiligten gesichtswahrende Vorschläge.

#10 -

Arthur Engel | Di., 04.07.2023 - 11:32
ad 9) Morgens verkündet das Göttinger Tageblatt, daß der Streit um den Vizepräsidenten Lossau gelöst sei. Er würde die Leitung von Uni-digital für das Land Niedersachsen übernehmen. Da hat er gute Erfahrungen. Nun loben sich alle Seiten. Zugleich soll die Landes- und Uni-Bibliothek
umgebaut werden.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Die Kommunikationskrise des Kommunikators

Metin Tolan wollte Göttingen nach all den Krisen und Personalquerelen zu einem neuen Miteinander und wissenschaftlichen Höhenflügen führen. Doch jetzt macht die Universität mit einem absurd anmutenden Personalstreit Schlagzeilen. Mittendrin: Metin Tolan.


  • Das Gegenteil von Geschichtsvergessenheit

Das Gegenteil von Geschichtsvergessenheit

Die Universität Münster will nicht mehr den Namen Wilhelms II. tragen. Für eine Institution, die der Aufklärung verpflichtet ist, ist es die einzige richtige Entscheidung – und hat rein gar nichts mit Ausradierung zu tun.


  • Artikelbild: Und zack

Und zack

Bis die Online-Antragsplattform an den Start ging, war die Umsetzung der 200-Euro-Hilfe für Studierende und Fachschüler ein einzigartiges politisches Gewürge. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen – und macht Hoffnung.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Die Studierenden einfach mal feiern

Die Studierenden einfach mal feiern

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, findet, die Gesellschaft habe die Solidarität der Jugend und der Studierenden während der Pandemie nicht erwidert.


  • Zweikampf ums höchste Hochschulamt

Zweikampf ums höchste Hochschulamt

Chef des Verbands aller Hochschulen, der Hochschulrektorenkonferenz: Das könnte eine Position mit viel Einfluss auf das höchste Gut Deutschlands sein, die Bildung. Könnte.


  • Grün-schwarzer Tatendrang

Grün-schwarzer Tatendrang

Die baden-württembergischen Regierungsfraktionen scheinen sich einig zu sein: Die Gebühren für internationale Studierende sollen weg, und zwar schnell. Wartet man mit der Entscheidung noch den Abschlussbericht der eigens eingesetzten Evaluationskommission ab?