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Die Mehrheit der Normalos ist liberal

Die Rechtsextremen und Populisten wollen eine Diktatur der Mehrheit. Doch die will das gar nicht. Ein Essay am Vorabend der US-Präsidentschaftswahlen.

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Artikelbild: Die Mehrheit der Normalos ist liberal

Symbolbild, KI-generiert.

IRGENDWO LAS ICH neulich den Satz, dass man heute fast schon Extremist ist, sobald man sich öffentlich ein Deutschland wünscht, das seine Vielfalt zelebriert. Ein Deutschland, das nicht als erstes zwischen erwünschten und unerwünschten Einwanderern unterscheidet, das den Klimaschutz als ökonomische Riesenchance begreift und das die geschlechtliche Selbstbestimmung als Menschenrecht und nicht als woke Bedrohung sieht.

Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass viele Menschen in Deutschland genau so oder ähnlich denken und fühlen. Dass die liberale Demokratie allerdings von dem Geschrei all derjenigen, die sich zu den wahren Demokraten hochstilisieren, immer stärker übertönt wird. So stark, dass vielen Politikern und Medien bei der Interpretation von Wahlergebnissen und Umfragen ein kapitaler Fehler unterläuft.

Bei der jüngsten Sonntagsfrage der Forschungsgruppe Wahlen fürs ZDF-Politbarometer etwa erreichte die AfD 18 Prozent, das BSW acht Prozent. Ist das nun die Nachricht – oder womöglich doch viel eher, dass trotz der dramatischen Polarisierung von Rechts immer noch deutlich mehr Menschen, 30 Prozent, für die Ampelparteien stimmen würden? Trotz des erbärmlichen Zustands, den sie als Koalition erreicht ...

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Kommentare

#1 -

Franka Listersen | Mo., 04.11.2024 - 09:50
Komisch, mir fällt bei "all derjenigen, die sich zu den wahren Demokraten hochstilisieren", nicht die politische Rechte, sondern die Linke ein. Aber so sind nun mal die unterschiedlichen Wahrnehmungen. Dass aber zu einem "vielfältigen" politischen Pluralismus sowohl Links als auch Rechts gehören, hätte man schon erwähnen sollen.

#2 -

Jan-Martin Wiard | Mo., 04.11.2024 - 09:59
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich habe die demokratischen Meinungen rechts von der Mitte tatsächlich genauso mitgemeint wie die demokratischen Meinungen links von der Mitte. Daher unter anderem dieser Satz: "Nein, das sind längst nicht alles Menschen, die bei Einwanderung, Klimaschutz oder geschlechtlicher Selbstbestimmung "Hurra" schreien, auch wenn neulich etwa eine Umfrage zum Thema Energiewende eindeutige Ergebnisse brachte. Aber all das sind Menschen, die zu schlau sind, sich von AfD und BSW in dieses angebliche "Wir" gegen die "Altparteien" hineinziehen zu lassen."



Und auch diesen: "Ich bin der festen Überzeugung, dass die tatsächliche Mehrheit der Gesellschaft, links, liberal oder konservativ, ...

#3 -

Joachim Datko | Mo., 04.11.2024 - 15:39
Die verantwortungsbewusste, konservative Partei AfD schwimmt auf einer Erfolgswelle!

Zitat: "Bei der jüngsten Sonntagsfrage der Forschungsgruppe Wahlen fürs ZDF-Politbarometer etwa erreichte die AfD 18 Prozent, das BSW acht Prozent."



Den Umfragen traue ich nicht, da wird scheinbar vom Verfassungsschutz und anderen manipuliert:



Haldenwang am 20. Juni 23 im ZDF-„Heute-Journal“ „Nicht allein der Verfassungsschutz ist dafür zuständig, die Umfragewerte der AfD zu senken."



Die Wahlergebnisse zeigen eine sehr starke AfD. Bei der Landtagswahl in Hessen und bei der Europawahl war sie zweitstärkste Partei. Bei den Landtagswahlen im Osten hat sie insgesamt 102 Sitze gewonnen, der nächste Konkurrent nur 76. Sie hat ...

#4 -

Roman Spitzfindig | Mo., 04.11.2024 - 15:50
Sehr geehrter Herr Wiarda, Ihr Kommentar ist (für mich?)
nicht so einfach lesbar. Bei allen Problemen, die man derzeit
von Frau Zarenknecht-Lafonteine erlebt in der praktischen Politik in Thüringen etc., so wundere ich mich doch, daß
Sie (wiederholt) die AgD und BSW in einen Topf werfen.

#5 -

Lilly Berlin | Di., 05.11.2024 - 00:13
Ich denke nicht, dass die Mehrheit liberal ist, sondern die Mehrheit ist eher gleichgültig und passt sich einfach der jeweiligen Blase an. Da habe ich nicht viel Hoffnung. Kurzes Gedankenexperiment: in einem von Höcke/Wagenknecht werde ich von der Gestapo/Stasi abgeholt. Wer von meinen Nachbarn hält dagegen. Wen würde das überhaupt interessieren?

#7 -

Elisabeth | Mi., 06.11.2024 - 18:03
Ein Mann der Kirche hat einmal gewitzelt, die Ökumene sei eine wunderbare Sache, solange sie so laufe wie "wir Katholiken es uns vorstellen." Wo dieses Überheblichkeit die Kirche hingeführt hat, ist bekannt. Dem Linksliberalismus könnte es ähnlich ergehen. Er verliert seine Deutungshoheit, da seine Postulate immer öfter dort zerschellen, wo die Erfahrungswelt vieler Menschen beginnt. Wie eine Raumfahrzeug im falschen Eintrittwinkel.

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