Seid willkommen, Tierschützer!
Eigentlich wollten die "Ärzte gegen Tierversuche" an einem Berliner Forschungsinstitut gegen die Gefühlskälte der Wissenschaftler demonstrieren. Doch die reagierten mit Umarmungstaktik – und lieferten ein Lehrstück für gelungene Wissenschaftskommunikation.
ES IST EIN PREIS, den keiner haben will. "Herz aus Stein", heißt die Skulptur, die die "Ärzte gegen Tierversuche" am vergangenen Donnerstag einem Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) überreichen wollten. Weil er aus reiner Neugier "ohne jeglichen Bezug zum kranken Menschen" Nacktmulle und Mäuse gequält und erstickt habe. "Niemand braucht solch eine abstruse Forschung", sagte Corina Gericke, Vorstandsmitglied der "Ärzte gegen Tierversuche".
So plakativ die Aktion war, so einseitig fiel zunächst auch die Berichterstattung aus. "Preis für 'Schlimmstes Tierexperiment des Jahres' geht nach Berlin", titelte zum Beispiel die Huffington Pos t und versah das Ganze noch mit der Unterzeile: "Die Versuche sind unnötig, grausam und durch Steuern finanziert." Sogar der öffentlich-rechtliche Sender RBB übernahm zunächst fast wortwörtlich die Pressemitteilung der Tierversuchsgegner, ein Statement des MDC wurde offenbar erst später hinzugefügt.
Tatsächlich hatten die kritisierten Versuche aber gar nicht an dem Berliner Forschungsinstitut, sondern in Chicago stattgefunden. Und zur vermeintlichen Abstrusität der Forschungsanordnung sagte der MDC-Vorstandsvorsitzende Martin Lohse, die Ergebnisse der Studie sollten dabei helfen, Herz und ...
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