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Prognose: Massiver Lehrkräftemangel bald auch in Kunst und Musik

Gerade ergab eine PISA-Sonderauswertung, dass Deutschlands 15-Jährige auch beim kreativen Denken nur Mittelmaß sind. Jetzt zeigt eine neue Berechnung: Ausgerechnet in den Fächern, die vermeintlich besonders die Kreativität fördern, droht demnächst ein massiver Unterrichtsausfall.

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Artikelbild: Prognose: Massiver Lehrkräftemangel bald auch in Kunst und Musik

Bild: Choi Hyunwoong / Pixabay.

IN ZWEI DER DREI klassischen Kompetenzbereiche haben Deutschlands Neuntklässler bei PISA 2022 mit historisch schlechtesten Punktzahlen abgeschnitten, schlechter noch als bei PISA 2000, und im dritten nur knapp über den damaligen Werten. Was bedeutet, dass die getesteten 15-Jährigen im Schnitt maximal so lesen, rechnen und naturwissenschaftliche Probleme bearbeiten konnten wie ihre Altersgenossen vor zwei Jahrzehnten. Im internationalen Vergleich war das gerade mal Durchschnitt.

Sind die Schüler hierzulande dafür womöglich beim kreativen Denken besser? Nun ja. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse einer erstmals durchgeführten PISA-Zusatzerhebung zeigen, dass die Neuntklässler der Bundesrepublik auch hier international nicht über das Mittelmaß hinauskommen. Gut 22 Prozent der deutschen Schüler sind laut OECD nicht oder nur bedingt in der Lage, vielfältige, kreative Ideen zu produzieren, zu evaluieren und zu verbessern. Umgekehrt wurden 27 Prozent als besonders leistungsstark eingestuft. Jeweils ziemlich genau die Werte, die dem PISA-Schnitt entsprachen.

Während BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger (FDP) das starke Viertel hervorhob und von ...

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Kommentare

#1 -

David J. Green | Fr., 28.06.2024 - 11:59
Da der Artikel viel über die Brisanz, aber wenig über die Ursachen des bevorstehenden Lehrkräfteversorgungsproblems in Kunst und Musik sagt, erlaube ich mir eine große Portion Spekulation.

Kunst und Musik sind für die Kreativitätsförderung besonders wichtige Fächer, aber mit nur wenigen Unterrichtsstunden. Gerade daher frage ich mich

1) Ob der begehrte Doppelfach-Status, die diese beiden Fächer genießen, für die schulische Einsatzplanung (einschl. Vertretung im Krankheitsfall) nicht eher hinderlich ist: nach dieser Logik sollten eher als Doppelfächer zählen a) Deutsch und Mathe (Stundenumfang), und b) Physik und Chemie (desolate Versorgungslage, nicht reduzierbarer Schwierigkeitsgrad einer harten Wissenschaft).

2) Ob der zusätzlicher Aufwand, ...

#2 -

Wolfgang Kühnel | Sa., 10.08.2024 - 13:50
Ein Grund könnte auch die allseits gewünschte Polyvalenz der Lehramtsstudiengänge sein. Das bedeutet: Angehende Musik- und Kunstlehrer werden so ausgebildet, dass sie auch als Musiker bzw. Künstler tätig werden könnten. Das wollen viele natürlich auch und versuchen es. Der Schuldienst ist für die nur Plan B.

Umgekehrt aber scheint das nicht der Fall zu sein: Instrumentalisten und Dirigenten, Sänger und Musikwissenschaftler erwerben durch ihr Studium nicht die Polyvalenz, auch als Musiklehrer tätig sein zu dürfen. Sie müssten sich als Quereinsteiger hinten anstellen, was dann erst recht den Charakter des Scheitern hat.

Eine andere Spekulation: Die Musiklehrer, die großenteils an klassischer ...

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