Jetzt erst recht!
Wo Europas Krise am tiefsten ist, stehen die Studenten auf und engagieren sich. Im Auftrag des DSW Journals habe ich sie besucht: Eine Reise zwischen London und Athen.




Martin Edobor und Omid Miri, Eirini Margetousaki, Kostas Zivas, Syada Dagastir (von oben im Uhrzeigersinn, Fotos: J-MWiarda)
Am Tag danach setzte sich Syada Dagastir vor ihre Webcam und ließ ihrer Wut freien Lauf. „Herzlichen Glückwunsch, Großbritannien!“, rief sie. „Wisst Ihr, wer Euch noch gratuliert? Marine Le Pen!“ Syada, 27, macht gerade ihren Doktor in Japanologie, vor allem aber, sagt sie, hat sie eine Mission. Sie will ihre Mitmenschen aufrütteln. Darum betreibt sie ihren eigenen YouTube-Channel namens „Tish Tackles“, darum hat sie vor dem britischen EU-Referendum jeden Tag auf den Straßen Londons gestanden und Flugblätter verteilt. Noch am Morgen der Abstimmung am 23. Juni 2016 filmte sie sich und eine japanische Freundin, wie sie zusammen ins Wahllokal gehen. „Heute ist der große Tag!“, verkündete sie aufgekratzt. Um am Tag danach zu befinden: „Was soll das? Ich bin entsetzt und habe furchtbare Angst um unsere Zukunft.“
Europa im Jahr 2016: ein gespaltener Kontinent. An seinen Rändern franst er aus, fast überall sind rechtspopulistische Parteien im Aufwind, und ...
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