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Den Begriff zurückerobern

Warum der Philosophische Fakultätentag das Bologna-Reizwort "Kompetenz" plötzlich gut findet. Ein Interview.

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Artikelbild: Den Begriff zurückerobern
Tassilo Schmitt (Foto: privat)

Herr Schmitt, ich bin überrascht. Jahrelang hat der Philosophische Fakultätentag, dessen Vorsitzender Sie sind, gegen die Bologna-Reform und den von ihr geprägten „Kompetenzbegriff“ gewettert, und jetzt veröffentlichen Sie eine Stellungnahme , in der Überschriften wie diese stehen: „Der Vorzug der Kompetenzorientierung“. Was ist denn da passiert?



Moment mal, wir hatten nie etwas gegen Kompetenz als Studienziel, sondern wir haben uns nur gegen die Art gewehrt, wie das Wort uns Geisteswissenschaftlern ständig vorgehalten wurde. Besonders häufig in Akkreditierungsverfahren, wenn uns erzählt wurde, wir hätten nicht begriffen, was ein für Studierende angemessenes Studium ausmacht. Aber Sie haben schon auch Recht: Dadurch ist „Kompetenz“, überspitzt gesagt, für viele allmählich zu einem Feindbegriff geworden. Und das wollten wir endlich ändern. Wir wollen zeigen, dass und wie gut wir die mit Kompetenz beschriebenen Ziele erreichen, und uns so den Begriff zurückerobern, wenn Sie so wollen.

Es geht also um einen Kampf um die Deutungshoheit?



Es geht darum, aus der Defensive zu kommen. Zu sagen: Nicht wir haben missverstanden, was Kompetenzorientierung im Studium bedeutet, sondern die Technokraten, die uns so lange mit absurden Vorstellungen traktiert haben. ...

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Kommentare

#1 -

Jakob Wassink | Sa., 04.02.2017 - 22:30
Es fällt mir schwer, beim Lesen des Papiers und den Aussagen ernst zu bleiben. Ich wage kaum zu hoffen, dass dieses Papier nun tatsächlich zu Verbesserungen der Studiengänge führen wird. Nach meinen Erfahrungen waren es die Fakultäten und hier insb. die Professorinnen und Professoren, die die Deutungshoheit aus der Hand gegeben haben.



1. Das Studienabschlüsse "berufsqualifizierend" sein sollen, galt schon vor der Einführung von BA/MA. Herrschend war hier eine weite wissenschaftsbezogene Definition. Es ging bereits vor Einführung von BA/MA darum, dass die Studierenden zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit, zur Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in der beruflichen Praxis, zur kritischen ...

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