Wenn ein Rektor gehen soll, geht das alle an
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bringt eine Ur-Abwahl ins Gespräch. Ihre Idee befeuert die Debatte, was Mitbestimmung an Hochschulen im 21. Jahrhundert bedeutet.
ÜBER DIE KOMMUNIKATIONSKULTUR in Deutschlands Hochschulgremien ist viel gestritten und geschrieben worden, auch in diesem Blog. Im Mai etwa griff ich einen Bericht aus dem Tagesspiegel auf, demzufolge sich der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin einen Kommunikationskodex geben wolle. Um einen „Kulturwandel“ zur „Wertschätzung“ solle es gehen, die Senatsmitglieder sollen sich besser auf die Sitzungen vorbereiten, einen respektvollen Ton miteinander üben und die jeweiligen Zuständigkeiten akzeptieren. Schon von den Plänen, schrieb ich, gehe ein Signal aus in Richtung anderer im Hickhack erlahmter Hochschulsenate: "Ermächtigt euch selbst, indem ihr zivilisiert streiten lernt. Lasst das beste Argument herrschen und nicht die einfallsreichste Blockadeidee."
Dass die Realität häufig anders aussieht, hat dazu geführt, dass der Beitrag der Gremien zur Hochschulentwicklung in der Wahrnehmung vieler Wissenschaftler und Politiker eher im Verlangsamen denn im Ermöglichen besteht. Besonders engagiert wird derzeit in Baden-Württemberg diskutiert, weil der Verfassungsgerichtshof des Landes der Regierung aufgetragen hat, das Landeshochschulgesetz nachzubessern. Die Macht der Professoren muss größer werden, vor allem bei der Abwahl ungeliebter Rektorate.
Bislang müssen Hochschulsenat und ...
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