Falscher Abgesang aufs Abi
Früher war das Abitur noch was wert, aber heute? Wird nicht jeder durchs Gymnasium gewinkt? Über unsere Vorurteile und was wirklich hinter der Debatte ums Abi für alle steckt.

War früher alles besser? Abiturjahrgang 1912 in Schlettstadt/Elsaß:
WIE SCHÖN, WENN wir uns in unseren Vorurteilen bestätigt fühlen. Immer mehr Leute machen Abi, hören wir, die Ausbildungsbetriebe verwaisen, dafür laufen die Unis über. Das kann nicht gutgehen, denken wir, und tatsächlich findet sich immer irgendein Professor, der sagt: Die Schulabgänger können nicht mehr richtig schreiben. Rechnen können sie auch nicht, flucht ein Ausbildungsleiter über die ihm verblieben Azubis. Und ein Lehrer stimmt ein: Guckt euch die Noten an. Bald kriegt jeder für alles eine Eins. Spätestens dann raunt jemand von einem Komplott: Die Politik habe auf Druck des Industriestaaten-Clubs OECD unser Bildungssystem der Verflachung preisgegeben. Hauptsache, die Zahl der Abiturienten steigt, winkt jeden durch, dann ist die internationale Wirtschaftslobby zufrieden – während die deutsche Wirtschaft leidet. Das Abi für alle ist das Ende fürs Abi?
Zeit für ein paar Fakten, die irritieren. Schulleistungsstudien wie Pisa zeigen, dass deutsche Schüler im Schnitt heute besser in Mathe oder Deutsch sind als vor 15 Jahren. Und obwohl anderthalbmal so viele ...
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Kommentare
#1 - Wie wäre es mit Seriosität statt Polemik?!!Das bedeutet…
Das bedeutet Noten'inflation': die Note ist weniger 'Wert'! Wenn es für weniger Wissen bessere Zensuren gibt, bleibt der Durchschnitt trotzdem gleich (aber nicht der durchschnittliche Wissensstand).
Zitat:
"Selbst die vermeintliche Noteninflation ist seit Jahren eine homöopathische: Von 2015 auf 2016 etwa verbesserte sich der bundesweite Abischnitt um sage und schreibe 0,01."
Beides Fakten: in Deutschland gibt es weniger KInder und weniger Störche - bei Ihnen gibt es dann die Kausaliät: weil die Störche weniger werden haben wir rückgehende Geburtenquoten.
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