An der richtigen Stelle mutig
Der Wissenschaftsrat fordert längst überfällige Veränderungen bei wissenschaftlichen Begutachtungen. Die meisten seiner Vorschläge sind behutsam – aber zwei Ideen stechen heraus.

DER WISSENSCHAFTSRAT hat es nicht so mit großen Worten. Kann er auch nicht, denn Ausgleich und Ausgewogenheit sind Teil seiner DNA (siehe Kasten). Entsprechend getragen-unspektakulär und auch ein bisschen langatmig kommt daher, was das Beratungsgremium heute Mittag verkündet hat. Im ZEITChancen Brief hatte Wissenschaftsratsvorsitzende Martina Brockmeier am Morgen bereits einen rhetorischen Vorgeschmack gegeben: "Mit einer Mischung aus behutsamen Veränderungen und mutigen Experimenten sollte es uns gelingen, das Begutachtungswesen krisenfest für die Zukunft zu machen", schrieb sie. Doch sollte man sich von solch gesetzten Worten nicht täuschen lassen.
Einige der im heute veröffentlichten Wissenschaftsrats-Positionspapier (kreativitätsbefreiter Titel: "Begutachtungen im Wissenschaftssystem") enthaltenen Ideen mögen für sich gesehen nicht vom Hocker reißen, so neu sind sie nicht. Ihre Außergewöhnlichkeit indes besteht darin, dass sie erst in ein Papier des Wissenschaftrates geschrieben und dann auch nicht herausgestrichen wurden, als dessen Vollversammlung Ende der vergangenen Woche abschließend über sie befand. Was das Papier am Ende doch fast spektakulär werden lässt.
Das hat sehr viel mit Brockmeier selbst zu tun. Wer die Agrarökonomin kennt, weiß, dass sie beim Thema Begutachtungen durchaus Leidenschaft entwickelt. Es ist ihr
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Kommentare
#1 - Halloich habe dich in meinem taz-Artikel heute…
ich habe dich in meinem taz-Artikel heute zitiert:
http://www.taz.de/!5458208/
#2 - Das freut mich, lieber Manfred, vielen Dank dafür!Viele…
Viele Grüße
Jan-Martin
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