Wir dürfen nicht zum Alltag übergehen
Die Ursachen der antisemitischen Attacken in unseren Schulen und Straßen müssen in der Bildungspolitik bekämpft werden. Ein Gastbeitrag von Ernst Dieter Rossmann.

AUFREGER NUR FÜR einen Tag dürfen sie nicht bleiben, die bekannt gewordenen einzelnen Vorfälle von religiösem Mobbing gegen Kinder jüdischen Glaubens in Grundschulen oder auch die gewaltsame Attacke auf einen israelischen Studenten durch einen anderen jungen Mann. Und gegen eine billige Instrumentalisierung dieser Vorfälle durch eine zwanghaft anti – islamisch fixierte AfD muss klar Stellung bezogen werden: In den jüngsten Debattern hierzu hat der Deutsche Bundestag das in großer Einhelligkeit mit Beiträgen aus allen Fraktionen heraus jenseits der AfD getan.
Um gar nicht erst ein Missverständnis aufkommen zu lassen: Natürlich gehören die bekannt gewordenen Vorfälle und ihre Implikationen in die politische Diskussion, und zwar mit Nachhaltigkeit und Konsequenz erst recht auch in die bildungspolitische Diskussion. Aber wir sollten im Interesse der Sache alles vermeiden, was daraus eine aufgesetzte und aufgeregte parteipolitische Debatte macht.
Als Sozialdemokrat, der jetzt dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vorsitzen darf, zitiere ich deshalb bewusst die CDU–Bildungsministerin von Schleswig–Holstein Karin Prien, die jede Form von religiös motiviertem Mobbing an Schulen scharf verurteilt und die weiter festgestellt hat: "Für diese Fälle darf es keine Toleranz geben, und wir müssen die Opfer besser schützen. Wir müssen aber zugleich aufpassen, dass die Diskussion nicht dazu genutzt wird, Ressentiments gegen Muslime zu schüren."
Die Wirklichkeit ernst nehmen
Ganz in diesem Sinne werbe ich dafür, sich auf die Sache selbst zu konzentrieren und dabei die Wirklichkeit ...
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